Krisen-Airline Air Berlin meldet Rekordverlust

Schon wieder ein dickes Minus: Air Berlin hat im vergangenen Jahr einen Rekordverlust eingefahren. Auch der Jahresauftakt 2017 lässt nicht auf eine Besserung hoffen.
Air-Berlin-Maschine im Anflug auf den Flughafen Tegel

Air-Berlin-Maschine im Anflug auf den Flughafen Tegel

Foto: Paul Zinken/ dpa

Die Fluggesellschaft Air Berlin rutscht noch tiefer in die roten Zahlen. Unter dem Strich steht für das Geschäftsjahr 2016 einen Rekordverlust von 782 Millionen Euro, teilte Air Berlin mit. Im Vorjahr hatte das Minus bei 447 Millionen Euro gelegen.

Grund seien unter anderem Extrakosten für den Konzernumbau und Wertminderungen von 335 Millionen Euro. Der Jahresumsatz fiel von 4,1 Milliarden Euro im Vorjahr auf 3,8 Milliarden Euro. Das Unternehmen habe dennoch genug Liquidität, um seine Restrukturierung fortzusetzen, hieß es weiter.

Auch 2017 begann mit roten Zahlen. Von Januar bis März stand unterm Strich ein Minus von 293,3 Millionen Euro nach 182 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Air Berlin hatte die Vorlage seiner Geschäftszahlen von Donnerstag auf Freitag verschoben und dafür organisatorische Gründe genannt.

Ethiad will sich aus Verlustgeschäft zurückziehen

An der Spitze der Airline steht seit Februar Thomas Winkelmann, der für die Lufthansa den Billigflieger Germanwings aufgebaut hat. Vor ihm liegt viel Arbeit: Air Berlin steckt seit Jahren in der Dauerkrise. Auch mehrere Sanierungsrunden und Chefwechsel brachten kaum Besserung.

Seit 2008 erzielte Air Berlin nur in einem Jahr einen Konzernüberschuss. Die schnell wachsende Fluggesellschaft Etihad war 2011 bei Air Berlin mit 29 Prozent eingestiegen und hält die Gesellschaft seitdem mit mehreren Finanzspritzen von insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro in der Luft.

Die Etihad-Eigner, die Herrscherfamilie des ölreichen Emirates Abu Dhabi, wollen jedoch einen Schlussstrich unter das teure Engagement ziehen. Zu spüren bekam das bereits die zweite namhafte europäische Etihad-Beteiligung Alitalia, die nun am Rande der Pleite steht.

brt/Reuters
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