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Pleiteflieger

Air Berlin soll knapp zehn Prozent Zinsen für Kredit zahlen

Der Betrieb von Air Berlin ist offenbar vorerst gesichert. Einem Zeitungsbericht zufolge hat sich die Pleite-Airline mit der staatlichen Förderbank KfW auf einen 150-Millionen-Euro-Kredit geeinigt.

Getty Images

Air-Berlin-Maschinen in Tegel (Archivbild)

Sonntag, 03.09.2017   11:47 Uhr

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Der Vertrag für den 150-Millionen-Euro-Kredit an die insolvente Fluglinie Air Berlin ist offenbar unterschrieben. Laut "Bild am Sonntag" einigte sich die Airline mit der staatlichen Förderbank KfW auf die Konditionen. Demnach zahlt Air Berlin der Bank nun knapp zehn Prozent Zinsen. Die Fluggesellschaft wollte den Artikel auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren.

Mit der Kreditlinie könne Air Berlin nach Bedarf bis zu 150 Millionen Euro abrufen und so die Liquidität sichern, bis der Verkauf abgeschlossen sei, heißt es weiter. Allerdings muss die EU-Kommission die Unterstützung der staatlichen Bank noch absegnen.

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Der Kredit soll vom Bund abgesichert werden. Ziel der Staatsgarantie ist es, den Flugbetrieb der Airline solange sicherzustellen, bis die Gespräche mit Interessenten für Teile des Unternehmens abgeschlossen sind. Damit soll ein geordneter Übergang ermöglicht werden. Ohne den staatlich verbürgten Kredit hätte Air Berlin den Flugbetrieb einstellen müssen. Konkurrenten sehen in dem Kredit eine verbotene Beihilfe.

Deal soll am 21. September entschieden werden

Nach SPIEGEL-Informationen hat sich nach dem Ausscheiden von Ryanair-Chef Michael O'Leary und dem Nürnberger Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl inzwischen ein neuer Interessent gemeldet, der Air Berlin womöglich komplett kaufen und sanieren will: der Multi-Investor- und -Unternehmer Utz Claassen. (Den aktuellen SPIEGEL finden Sie hier.)

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Wie Claassen in einem Schreiben an den Sachwalter Lucas Flöther versichert, will er "einen möglichst großen Anteil der Arbeitsplätze ... gewährleisten". Dazu habe er "hochpotente und hochseriöse internationale Investoren" kontaktiert, mit denen er "freundschaftlich verbunden" sei.

Will Claassen zum Zug kommen, muss er sich allerdings beeilen. Nach Auskunft des Air-Berlin-Generalbevollmächtigten Frank Kebekus werden nur solche Offerten berücksichtigt, die bis zum 15. September eingehen. Wer sich durchsetzt, soll der Gläubigerausschuss knapp eine Woche später, am 21. September, entscheiden.

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