Fluggesellschaften TUIfly und Air Berlin planen Verbund

Die TUI plant offenbar einen Verbund zwischen TUIfly und der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin. Das geht aus einem Brief des Aufsichtsrats hervor. Eine endgültige Entscheidung ist jedoch noch nicht gefallen.

Air-Berlin-Flieger (Symbolbild)
DPA

Air-Berlin-Flieger (Symbolbild)


Der Ferienflieger TUIfly soll in einen neuen Verbund mit einer anderen Airline integriert werden. Das geht aus einem Brief von TUIfly-Aufsichtsratschef Henrik Homann hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die TUIfly als Ganzes in einen Verbund einzubringen, sehen wir als interessante Option", heißt es in einem Brief.

Nach Angaben des "Handelsblatts" soll TUIfly an der neuen Gemeinschaftsfirma 25 Prozent der Anteile halten. Bei der Fluggesellschaft handelt es sich nach dpa-Informationen aus Verhandlungskreisen um den Air-Berlin-Großaktionär Etihad.

Der Firmenverbund würde den Angaben zufolge bedeuten, dass das Unternehmen TUIfly bestehen bleibt, aber künftig einen anderen Mehrheitsgesellschafter bekommt. Vor Entscheidungen würden zunächst intensive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern stattfinden. Die Tarifbedingungen der TUIfly-Mitarbeiter sollten auch in der neuen Einheit Bestand haben, das sei im Verhandlungsteam bereits erreicht, so Homann.

Ein Sprecher von Air Berlin wollte sich zu der Nachricht nicht äußern. Air-Berlin-Chef Stefan Pichler hatte erst am Donnerstag bekannt gegeben, dass er 35 seiner aktuell 136 Flugzeuge in eine Touristiktochter ausgliedern will, für die "strategische Optionen" geprüft würden. Mit der Schlankheitskur will er die defizitäre und mit fast einer Milliarde Euro überschuldete Airline ab 2018 wieder operativ in die Gewinnzone bringen.

Die Neuordnung ist eine Folge des Pokers um die hoch verschuldete Fluggesellschaft Air Berlin, bei der die arabische Airline Etihad mit einem Anteil von 29,2 Prozent Großaktionärin ist. TUIfly mit seinen 41 Boeing-Jets ist die deutsche Tochter des weltgrößten Reisekonzerns TUI, der weltweit eine Flotte von 140 Flugzeugen betreibt.

asc/dpa

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