Insolvente Fluglinie Air-Berlin-Verkauf soll bis zu 350 Millionen Euro bringen

Gute Nachricht für die deutschen Steuerzahler: Laut zwei Zeitungsberichten zahlen die Lufthansa und Easyjet so viel für Teile von Air Berlin, dass ein staatlicher Überbrückungskredit getilgt werden kann.

Maschinen von Lufthansa und Air Berlin
DPA

Maschinen von Lufthansa und Air Berlin


Der Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin könnte eine erkleckliche Summe einbringen. Wie die "Bild"-Zeitung und die Berliner "B.Z." übereinstimmend berichten, geht der Gläubigerausschuss von Gesamteinnahmen zwischen 250 und 350 Millionen Euro aus.

Mit diesen soll auch der 150-Millionen-Euro-Kredit zurückgezahlt werden, den die Bundesregierung bereitgestellt hatte, um Air Berlin während der Verkaufsverhandlungen in der Luft zu halten. Die deutschen Steuerzahler würden an der Insolvenz damit keinen Schaden nehmen.

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Air Berlin hatte in der Nacht zu Freitag angekündigt, einen Verkauf an Lufthansa und Easyjet anzustreben. Die Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern. Die Gewerkschaften dringen darauf, dass die neuen Eigentümer auch die Beschäftigten übernehmen. Laut "Bild" und "B.Z." sind am Montag in Berlin und am Dienstag in Düsseldorf Betriebsversammlungen geplant.

Der Verkauf von Air Berlin-Technik, die für die Wartung der Maschinen zuständig ist, werde erst später über die Bühne gehen. Die Angebotsfrist ende am 6. Oktober. Hier könnte die Berliner Logistikfirma Zeitfracht den Zuschlag bekommen, hieß es.

Details zur Zerschlagung von Air Berlin und zum Verkauf der Einzelteile an verschiedene Bieter sollen am Montag bekanntgegeben werden. Am Samstag war das Unternehmen für eine Stellungnahme zu den Zeitungsberichten nicht erreichbar.

Gerd Billen, Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, warnte indes vor weiteren Pleiten von Airlines. Laut "Handelsblatt" forderte er den Chef der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der EU-Kommission, Henrik Hololei, in einem Brief auf, den Schutz für Flugpassagiere in einem solchen Fall zu verbessern.

ssu/AFP/dpa



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