Französische Fluggesellschaft Streik beschert Air France Gewinneinbruch

Der wochenlange Streik der Piloten schlägt sich in der Bilanz von Air France nieder. Die Fluggesellschaft verbuchte in ihrem wichtigsten Geschäftsquartal ein Drittel weniger Gewinn.

Air-France-Maschinen in Paris: Teurer Streik
Bertrand Guay/ AFP

Air-France-Maschinen in Paris: Teurer Streik


Paris - Zwei Wochen lang haben die Piloten von Air France den Flugverkehr des Unternehmens im September weitgehend lahmgelegt. Nun hat die Airline ihre Quartalszahlen veröffentlicht und zieht eine teure Bilanz zum Streik. Dieser kostete Air France/KLM demnach 330 Millionen Euro. Im wichtigsten Geschäftsquartal von Juli bis Ende September verdiente das Unternehmen 100 Millionen Euro und damit knapp ein Drittel weniger als ein Jahr zuvor.

Der operative Gewinn brach sogar um mehr als die Hälfte ein. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp sieben Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Für den Rest des Jahres kündigte Finanzchef Pierre-François Riolacci einen verschärften Sparkurs an, Investitionen sollen gekürzt werden.

Air France sprach von schwierigen Marktbedingungen. In der Eurozone stagniert die Wirtschaft derzeit. Zudem wird in der Luftfahrtbranche befürchtet, dass sich die ausbreitende Ebola-Seuche noch stärker auf das Buchungsverhalten der Kunden auswirken könnte.

Riolacci dementierte aber Medienberichte, wonach es einen Abbau von einem Viertel aller Stellen geben könne. "Es gibt keine drastischen Notfallmaßnahmen, die angekündigt werden müssten", sagte er.

Das Management von Air France und die Flugkapitäne des Konzerns streiten über Pläne für den europaweiten Ausbau der Billigtochter Transavia, mit der das Unternehmen gegen Easyjet oder Ryanair bestehen will. Die Piloten befürchten Lohndumping und fordern unter anderem einheitliche Verträge für ihre Berufsgruppe.

mmq/dpa/Reuters

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