Fluggesellschaft Niederlande steigen bei Air France-KLM ein

Der niederländische Staat hat sich einen Anteil von 12,7 Prozent an der Fluggesellschaft Air France-KLM gesichert - und will ihn noch ausbauen. Das Ziel: den Einfluss gegenüber Mitaktionär Frankreich stärken.

Air France Airbus A 319
AFP

Air France Airbus A 319


Die Niederlande steigen bei der Fluglinie Air France-KLM ein und wollen dadurch mit Frankreich gleichziehen. Die Regierung in Den Haag strebe einen Anteil auf dem Niveau der französischen Regierung an, teilte der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra mit.

Damit solle der Einfluss auf die Geschäftsentscheidungen des Unternehmens gesteigert werden. "In den vergangenen Jahren wurde den niederländischen Interessen bei wichtigen Entscheidungen für den gesamten Konzern nicht genügend Gewicht eingeräumt", erklärte der Politiker.

Nach Angaben Hoekstras hat der niederländische Staat bereits 12,7 Prozent der Anteile an der Fluglinie im Wert von 680 Millionen Euro erworben.

Letztlich will die Regierung in Den Haag auf einen Anteil von rund 14 Prozent kommen - das würde dann der Beteiligung des französischen Staates entsprechen, der laut französischen Medien 14,3 Prozent an der Holding hält. Premierminister Mark Ruttehabe den französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron über den Schritt informiert, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP.

Konzernchef Smith will Airlines auf niedrige Kosten trimmen

Air France-KLM hatte trotz eines turbulenten Sommers mit Chefwechsel und Streiks in Europa 2018 mehr verdient. Unter dem Strich blieb ein Gewinn in Höhe von 409 Millionen Euro und damit deutlich mehr als ein Jahr zuvor mit 163 Millionen, hatte der Konzern unlängst mitgeteilt.

Im vergangenen Jahr steigerte Air France-KLM den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum dank gestiegener Ticketpreise und besser ausgelasteter Flugzeuge um 2,5 Prozent auf 26,5 Milliarden Euro. Der Kanadier Benjamin Smith hatte im September den Chefposten bei Air France-KLM übernommen. Er folgte damit dem Franzosen Jean-Marc Janaillac, der vor dem Hintergrund eines Gehaltsstreits mit französischen Gewerkschaften zurückgetreten war.

Konzernchef Smith will den Luftfahrtkonzern durch bessere Zusammenarbeit seiner beiden großen Airlines auf niedrigere Kosten trimmen. KLM-Chef Pieter Elbers hatte sich gegen Smiths Integrationspläne gewehrt. Vergangenes Jahr hatte es der französische Finanzminister Bruno Le Maire abgelehnt, den französischen 14-Prozent-Anteil zu verringern.

lie/dpa/Reuters



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kuschl 27.02.2019
1. National wirtschaftliches Denken
Soviel zu nationalen Interessen im Bereich Wirtschaft. Würde keiner Regierung in Deutschland einfallen. Hier guckt man tatenlos zu, wie Schlüsseltechnologien verkauft werden.
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