Meldepflicht wegen Airbnb Amsterdam droht wilden Vermietern 20.500 Euro Strafe an

Immer mehr Touristen buchen bei Amsterdam-Reisen Privatunterkünfte über Airbnb. Nun wollen die Behörden den Boom begrenzen - mit Meldepflicht für Vermieter und hohen Strafen.

Amsterdam (Archiv)
imago/Westend61

Amsterdam (Archiv)


Amsterdam ist als Reiseziel beliebt, ganz besonders offenbar bei Nutzern der Webseite Airbnb, auf der Privatleute Ferienwohnungen anbieten. 2016 wurden über die Plattform einer Studie zufolge rund 1,7 Millionen Übernachtungen in Amsterdam gebucht - das ist mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Den Stadtoberen wird das nun zu viel. Amsterdam will die Regeln für die Vermietung von Wohnungen an Touristen erneut verschärfen. Es werde eine Meldepflicht für Vermieter eingeführt, kündigten Vertreter der niederländischen Hauptstadt an. Privatleute müssen in Zukunft vorab bei der Kommune melden, wenn sie ihre Wohnung bei Airbnb oder einem ähnlichen Dienst anbieten. Wer ohne Registrierung vermiete, könne mit einer Geldstrafe von bis zu 20.500 Euro bestraft werden.

Amsterdam will mit der ab 1. Oktober geltenden Regel die illegale Vermietung bekämpfen. Bürger klagen zunehmend über die Zweckentfremdung von Wohnraum und starke Belästigung durch Touristen.

Bereits jetzt gilt, dass Privatleute ihre Wohnung höchstens an 60 Tagen pro Jahr vermieten dürfen. Die Plattform Airbnb weigert sich den Angaben zufolge bislang, Namen von Vermietern an die Kommune weiterzugeben.

beb/dpa



insgesamt 30 Beiträge
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Sibylle1969 05.05.2017
1.
In Städten, die für Touristen attraktiv sind, aber gleichzeitig einen angespannten Mietwohnungsmarkt haben (neben Amsterdam auch Paris, London, New York, San Francisco, Berlin...), finde ich es sinnvoll und richtig, dass die Vermietung von Wohnungen an Touristen über Plattformen wie AirBnB reguliert wird. Letztendlich muss eine Gesetzeslage geschaffen werden, die AirBnB zwingt, die Legalität der vorhandenen Angebote sicherzustellen. Verstößt AirBnB dagegen, dann muss pro Verstoß ein Bußgeld fällig werden, das richtig weh tut. Ich denke da an einen 6-stelligen Betrag, pro Verstoß, versteht sich. Und diejenigen, die illegal vermieten, sollten ein Bußgeld bekommen, das so hoch ist, dass niemand mehr das Risiko einer illegalen Vermietung in Kauf nimmt, d.h. ein 5-stelliger Betrag. Gleichzeitig muss das Risiko, erwischt zu werden, hoch sein. Es ist rein gar nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand seine Wohnung mit Erlaubnis seines Vermieters für einige Wochen im Jahr untervermietet. Es ist aber nicht in Ordnung, wenn Wohnungen dem Mietwohnungsmarkt entzogen werden, um sie ausschließlich an Touristen zu vermieten.
pachacuti 05.05.2017
2.
Völlig OK. Ferienvermietungen führen zu Verzerrungen des Wohnungsmarktes, zerstören gewachsene Strukturen in "hippen"Wohnvierteln (Berlin Kreuzberg/Fhain) und bringen oft erhebliche Belastungen mit sich für die festen Bewohner von Mehrfamilienhäusern (Lärm, Sachschäden, nicht nachvollziehbare Vergabe der Haustürschlüssel usw).
hup 05.05.2017
3. Die einzige Frage die sich stellt ist: Warum nicht früher?
AirBnB ist nichts anderes, als die Verschleierung gewerblicher Tätigkeit als Privatvermietung, inklusive dem Unterlaufen aller Sicherheits-, Kundenschutz- und anderer Auflagen die sich Hoteliers und gewerblcihe Vermiter stellen müssen. Das ist meistens das Geschäftsmodell irgendwelcher 2.0, 3.0, 4.0 und x.0 Geschäftsmodelle über das Internet: Der Wettbewerbsvorteil zur "Old Economy" besteht nur in der Vermeidung von Kosten durch bestehende Auflagen und Abgaben der Konkurrenz. Das ist nicht innovativ, das ist nur ranzig und letztlich ein Schuss ins Knie sowohl der Anbieter als auch der Kunden. Witziger Weise meist von selbsternannten "modernen Kosmopoliten" betrieben, die ansonsten jede fehlende Solidarität mit dem Proletariat laut kritisieren, hier aber genau denen schaden deren Anstellung (und damit der Preis der Übernachtung) eben teurer ist, wenn Auflagen und Abgaben eingehalten werden müssen. AirBnB killt das Hotelgewerbe, Uber das Taxigewerbe - alles Verlagerungen hin zu einem scheinselbstständigen sich selbst ausbeutenden Prekariat zugunsten von Steuervermeidern und get rich quick Kids, die meinen sich so easy ihr Leben finanzieren zu koennen. Ganz oben steht ein Turbokapitalist mit einer Vermittlungswebseite und kassiert von allen für praktisch nichts und ohne Risiko. Gratuliere zu soviel falsch verstandener "Modernität".
salomohn 05.05.2017
4. Die Welt dreht sich weiter
Für solvente Mieter oder Käufer ist auch in den Top-Lagen noch ein gutes Angebot vorhanden. Insofern wird gar nicht "entzogen". Die B&B-Szene wird wachsen. Die Gelegenheitsgäste sind den Städten de facto sehr willkommen. Sie nutzen und konsumieren das lokale Angebot intensiv. Regulierung wird nicht klappen.
doc_johnny 05.05.2017
5. In Barcelona bis zu 50.000 Euro Strafzahlung
Nicht nur Amsterdam ist betroffen, auch andere Städte, wie z.B. Barcelona mit dem z.Zt. grössten Low-Cost Flughafen Europas. Dennoch wird das Thema der Vermietungen über Plattformen über die Jahre sicher wieder abnehmen, sobald sowohl Mieter als auch Vermieter ihre schlechten Erfahrungen mit dem System gemacht haben.
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