Übernachtungsportal Airbnb nimmt künftig Beschwerden von Nachbarn an

Die meisten Airbnb-Nutzer seien respektvolle Reisende, versichert der Bettenvermittler. Über den Rest können sich Nachbarn nun online beschweren - allerdings zunächst nur in den USA.
Internetseite von Airbnb

Internetseite von Airbnb

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Wer sich von Airbnb-Nutzern in einer Nachbarwohnung gestört fühlt, soll seine Beschwerde künftig direkt an den Bettenvermittler richten können. Seit Anfang Juni bietet das Unternehmen aus San Francisco eine entsprechende Funktion auf seiner Internetplattform an. Über die neue Funktion können anonyme Hinweise gegeben werden, die Airbnb dann prüfen will. Wenn nötig, sollen Nutzer auch ausgeschlossen werden.

Der Service gilt zunächst allerdings nur in den USA. "Wir arbeiten daran, das Tool weltweit verfügbar zu machen", sagte ein Sprecher.

Klagen über kommerzielle und rücksichtslose Nutzer, die Lärm und Stress für Nachbarn bedeuten, begleiten den rasanten Aufstieg von Airbnb schon lange. Nun will das Unternehmen helfen, schwarze Schafe auszusortieren, betont aber im Firmen-Blog: "Die überwältigende Mehrheit der Gäste sind respektvolle Reisende, so dass Beschwerden und Probleme unglaublich rar sind."

Das Geschäftsmodell des 2008 gegründeten Unternehmens aus dem Silicon Valley erfreut sich zwar hoher Beliebtheit, ist aber umstritten. In New York beispielsweise gibt es seit Jahren Konflikte mit Aufsehern, die einen großen Teil der vermieteten Zimmer und Apartments für illegal halten und zudem klagen, dass etliche Nutzer keine Steuern auf ihre Airbnb-Einnahmen zahlen würden. In Berlin ist es seit Mai sogar verboten, ganze Wohnungen als Ferienappartments anzubieten. Wer es dennoch tut, riskiert bis zu 100.000 Euro Bußgeld.

Das rasante Wachstum von Airbnb stellt eine Bedrohung für die etablierte Hotelindustrie mit ihrer einflussreichen Lobby dar. Das von Investoren mit etwa 25,5 Milliarden US-Dollar bewertete Unternehmen listet nach eigenen Angaben mehr als zwei Millionen Zimmer und Ferienwohnungen rund um den Globus. Zum Vergleich: Die beiden vor der Fusion zum Branchenprimus stehenden Hotelkonzerne Marriott International und Starwood   hätten gemeinsam gut eine Million Betten.

dab/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.