Wohnungsportal So kämpft Airbnb gegen seinen Ruf als Mietentreiber an

Verschärft Airbnb mit seinem Geschäftsmodell die Wohnungsnot in Großstädten? Mit einer Studie verteidigt sich die Gastgeber-Plattform gegen die Vorwürfe.
Airbnb-Logo: Wo Wohnraum knapp ist, kann Wohnungsentzug problematisch sein

Airbnb-Logo: Wo Wohnraum knapp ist, kann Wohnungsentzug problematisch sein

Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Airbnb steht im Ruf, die Wohnungsnot in den Metropolen zu verschärfen. Mit einer Erhebung versucht die Vermietungsplattform nun, dieses Image zu korrigieren. Dafür hat das Start-up dem Forschungsinstitut Empirica nun Daten überlassen, wie das "Handelsblatt " berichtet.

Eine Momentaufnahme aus drei Metropolen:

  • Auf dem umkämpften Wohnungsmarkt in Berlin beispielsweise werden demnach der Studie zufolge insgesamt rund 2600 Komplettwohnungen gewerblich als Touristenunterkunft genutzt und so dem üblichen Mietmarkt entzogen. Dabei fehlten insgesamt 114.799 Wohneinheiten in der Stadt.
  • In München wiederum trägt Airbnb den Angaben zufolge nur zum Fehlen von 550 bis 600 Komplettunterkünften bei,
  • in Hamburg zu 700 bis 750.

Die Bilanz in diesen Fällen: Nur 2,1 bis 4,4 Prozent des bestehenden Wohnungsmangels in den Städten soll auf das Konto von Airbnb gehen.

Städtetag: Wohnungsentzug mitunter problematisch

In Berlin indes ging man durchaus davon aus, dass sich viele Touristen in Apartments einbuchen, die dadurch dem normalen Wohnungsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen: Der Senat hat angesichts hoher Mieten zuletzt etwa den Markt für Ferienwohnungen reguliert - und verhängt hohe Bußgelder gegen Gastgeber, die ihre Unterkunft nicht offiziell anmelden. Auch in Hamburg und München müssen Vermieter ihre Angebote registrieren lassen. Dortmund wiederum war als erste Stadt dazu übergegangen, eine Bettensteuer über Airbnb einziehen zu lassen.

Studienleiterin Annamaria Deiters-Schwedt dagegen sagt, die Auswirkungen von Airbnb-Wohnungen auf den Wohnungsmarkt in deutschen Großstädten seien nur begrenzt nachzuvollziehen: "Ein spürbarer Zusammenhang zwischen Mietpreissteigerung und der Entwicklung angebotener Unterkünfte auf Airbnb in den Städten ist insgesamt nicht erkennbar." Tim Klaws von Airbnb teilte mit, die Plattform wolle mit den Städten an fairen Regeln für Homesharing arbeiten: "Wohnraumschutz ist auch für Airbnb ein wichtiges Thema."

Zweifel an den Ergebnissen der Studie kommt vom Deutschen Städtetag. "Welche Auswirkungen Sharing-Angebote haben, muss kleinräumig je Wohnquartier untersucht werden", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy dem "Handelsblatt". Wo Wohnraum ohnehin knapp ist, sei ein dauerhafter Wohnungsentzug durch gewerbliche Fremdvermietungen durchaus problematisch.

apr
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