Früherer Telekom-Boss René Obermann wird Chef-Aufseher bei Airbus

Comeback eines alten Bekannten: Ex-Telekom-Chef René Obermann rückt an die Spitze des Airbus-Verwaltungsrats.
René Obermann

René Obermann

Foto:

Rolf Vennenbernd/ dpa

Der frühere Telekom-Chef René Obermann ist zum Verwaltungsratsvorsitzenden beim Flugzeugbauer Airbus gewählt worden. Der bereits länger geplante Wechsel ist am Donnerstag im Rahmen der Hauptversammlung von Airbus in Amsterdam vollzogen worden, wie der Luft- und Raumfahrtkonzern mitteilte.

Der Verwaltungsrat habe der Ernennung Obermanns zugestimmt. Der Deutsche, der bereits in dem Board of Directors sitzt, löst den Franzosen Denis Ranque ab, der seinen Rückzug bereits im vergangenen Jahr angekündigt und Obermann als seinen Nachfolger vorgeschlagen hatte.

Traditionell wird zwischen Frankreich und Deutschland ein Gleichgewicht bei den Spitzenjobs des Konzerns gewahrt. Im vergangenen Jahr war der Franzose Guillaume Faury zum neuen Konzernchef gewählt worden und ersetzte damit den Deutschen Tom Enders.

Airbus leidet unter der Krise

"Ich freue mich auf eine noch engere Zusammenarbeit mit dem Managementteam und meinen Kollegen im Board of Directors, um das Unternehmen bei der Bewältigung seiner unmittelbaren und längerfristigen Herausforderungen und insbesondere bei unserer Reaktion auf die Covid-19-Pandemie zu unterstützen", sagte der 57-jährige Obermann.

Wegen der Pandemie hatte Airbus dringend davon abgeraten, persönlich an der Hauptversammlung teilzunehmen, und empfahl seinen Aktionären stattdessen durch Vollmachts- und Weisungserteilung abzustimmen.

Faury hatte zuvor in einer Videobotschaft bedauert, wegen des Virus nicht persönlich in Amsterdam sein zu können. Airbus hatte bereits im März angekündigt, die zunächst vorgesehene Dividende für 2019 zu streichen. Der Abstimmungspunkt über die Zahlung war damals von der Tagesordnung für die Hauptversammlung genommen worden.

Der Flugzeugbauer mit wichtigen Standorten in Deutschland und Frankreich ist stark von der Coronakrise betroffen, denn Airlines sind als Abnehmer in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten. Zuletzt hatte der Konzern die Produktion der Passagierflugzeuge um rund ein Drittel gekappt.

beb/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.