Militärtransporter A400M Airbus fürchtet teuren Triebwerksärger

Der Flugzeughersteller Airbus hat schon wieder Ärger mit dem A400M: Die Kosten für die technischen Mängel könnten "signifikant" werden. Auch andere Jets machen Probleme.

Airbus A400M
AFP

Airbus A400M


Neue Probleme beim Militärtransporter A400M könnten für den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus teuer werden. "Es ist sehr frustrierend, aber wir müssen das mit unseren Triebwerks-Partnern abarbeiten", erklärte Airbus-Konzernchef Tom Enders bei der Vorlage der Quartalszahlen in Toulouse.

Beim Militärtransporter A400M hatte Airbus schon Anfang April grundsätzlich Probleme mit hohem Materialverschleiß und mangelnder Hitzebeständigkeit im Getriebe eingeräumt. Enders sprach nun von einer "ernsten Herausforderung für die Produktion und die Auslieferung an die Kunden".

"Wir prüfen die technischen Fragen und überlegen, wie wir mit den bereits ausgelieferten Flugzeugen umgehen", sagte Finanzchef Harald Wilhelm nun. Die Kosten der Probleme mit dem Propeller-Getriebe ließen sich noch nicht abschätzen. Sie könnten aber "signifikant" werden.

Auch Probleme bei A320neo und A350

Beim modernisierten Mittelstreckenjet A320neo bremsen Probleme bei der Triebwerkskühlung die Produktion. Probleme in der Lieferkette gibt es auch beim neuen Großraumjet A350.

Im ersten Quartal brachte die Modellumstellung bei wichtigen Flugzeugtypen dem Konzern einen Gewinneinbruch. Während der Umsatz um ein Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zulegte, sackte der um Einmaleffekte bereinigte operative Gewinn um 23 Prozent auf 501 Millionen Euro ab. Unter dem Strich brach der Überschuss sogar um die Hälfte auf 399 Millionen Euro ein. Allerdings hatte Airbus im Vorjahreszeitraum kräftig vom Verkauf von Anteilen am Luftfahrtkonzern Dassault profitiert. Nun schnitt Airbus immer noch besser ab als von Analysten erwartet.

Für den Vorstand ist der Gewinnrückgang kein Grund, von seinen Plänen für 2016 abzurücken. Der Großteil der Flugzeug-Auslieferungen, Umsatz und Gewinn werde auf die zweite Jahreshälfte entfallen, so Enders. Dessen Mandat an der Spitze von Airbus verlängerte die Hauptversammlung in Amsterdam bis 2019.

kry/dpa

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