Wegen Rüstungsexportverbot nach Saudi-Arabien Airbus verzeichnet Gewinneinbruch

Das deutsche Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien hat den Gewinn von Airbus stark zurückgehen lassen. Doch die Produktion von Verkehrsflugzeugen stimmt den Chef optimistisch.

Ein Eurofighter landet in der Schweiz (Archiv)
REUTERS

Ein Eurofighter landet in der Schweiz (Archiv)


Der Gewinn des europäischen Airbus-Konzerns ist im ersten Quartal eingebrochen. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 40 Millionen Euro, das sind 86 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, teilte das Unternehmen mit. Während das laufende Geschäft mehr abwarf als von Analysten gedacht, verfehlte der gesunkene Nettogewinn klar die Erwartungen von Experten.

Grund ist unter anderem das deutsche Verbot von Rüstungsexporten nach Saudi-Arabien. So ist Airbus am Kampfjet Eurofighter beteiligt, von dem Saudi-Arabien eigentlich 48 Exemplare kaufen will. Das Land führt die Militärallianz, die im Jemen gegen die Huthi-Rebellen kämpft.

Auch die Kosten für den Ausstieg aus dem Prestigeprojekt A380 belasten Airbus, sie liegen schon jetzt über den Planungen. Dazu kam der schwankende Dollarkurs: Airbus bezahlt seine 135.000 Mitarbeiter starke Belegschaft überwiegend in Euro, verkauft seine Maschinen aber in Dollar.

Der neue Airbus-Chef Guillaume Faury sieht abseits solcher Sondereffekte den Konzern jedoch auf Kurs, den operativen Gewinn in diesem Jahr um 15 Prozent zu steigern. Dazu will der Konzern 880 bis 890 Verkehrsflugzeuge ausliefern - ein neuer Rekord. "Der zivile Flugzeugmarkt ist weiterhin robust, und auch im Hubschrauber-, Verteidigungs- und Raumfahrt-Geschäft sehen wir gute Zukunftschancen", sagte Faury.

Im ersten Quartal steigerte Airbus den Umsatz dank der Flugzeugproduktion um 24 Prozent auf gut 12,5 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn vervielfachte sich im Jahresvergleich von 14 Millionen auf 549 Millionen Euro.

Von der hohen Flugzeugnachfrage profitierte auch Airbus- und Boeing-Zulieferer MTU. Der Triebwerksbauer steigerte seinen Umsatz im ersten Quartal im Jahresvergleich um elf Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um sieben Prozent auf 188 Millionen Euro zu. Der Überschuss stieg um 19 Prozent auf rund 127 Millionen Euro.

kko/dpa/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
espressotime 30.04.2019
1.
Wie wärs mal den Iran militärisch als Kunden Nähe zu ziehen? Bezahlung geht gegen Öl. Hallo, warum Saudi Arabien? Die stiften seit der Gründung dieses Staates nur Ärger. Deutschland und die EU müssen neue Märkte schließen und egal wie der Blondschopf in Washington brüllt.
ingen79 30.04.2019
2. Warum lagert Airbus das Rüstungsgeschäft
nicht vollständig nach Frankreich aus? Dann brauchen sich deutsche Politiker damit nicht mehr befassen und haben ein gutes Gewissen.
markus_wienken 30.04.2019
3.
Zitat von ingen79nicht vollständig nach Frankreich aus? Dann brauchen sich deutsche Politiker damit nicht mehr befassen und haben ein gutes Gewissen.
Ich gehe stark davon aus, dass in der Managementebene des Konzerns darüber bereits ernsthaft nachgedacht wird. Eine Verlagerung wird zum einen technisch nicht von heute auf morgen geschehen können, zum anderen wird es sicherlich auch noch politische Hürden/Verträge geben die zu berücksichtigen sind. Aber vermutlich ist es nur eine Frage der Zeit bis eine weitere Produktion aus Deutschland weg verlegt wird.
yvowald@freenet.de 30.04.2019
4. Es geht um Ethik und Moral
Zitat von ingen79nicht vollständig nach Frankreich aus? Dann brauchen sich deutsche Politiker damit nicht mehr befassen und haben ein gutes Gewissen.
Deutschland sollte seinen Einfluß auf die französische Regierung dazu nutzen, auch in Frankreich deutliche Restriktionen beim Rüstungsexport zu beschließen, damit wir Europäer am Ende nicht mit unseren eigenen Waffen(systemen) bekämpft und erschossen werden. Es gibt so vieles, womit man die Herstellung von Kriegsgerät kompensieren könnte. Allerdings lassen sich durch die Produktion von Waffen und Munition sowie sonstigem Kriegsmaterial enorme Gewinne erzielen, die der zivile Markt - wegen des Wettbewerbs - in aller Regel nicht abwirft. Aber es geht schließlich um Ethik und Moral. Das sollen wir niemals vergessen.
rosenblum64 30.04.2019
5. Moral? Anstand?
Manchmal ist Kohle eben nicht alles. Punkt.
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