255 Flugzeuge vom Typ A321 Airbus erhält Milliardenauftrag

Der Flugzeugbauer Airbus kann sich über eine Großbestellung über 255 Maschinen freuen. Die Branche erholt sich, bei manchen Fluggesellschaften steht sogar das Riesenflugzeug A380 vor einem Comeback.
A321 von WizzAir: Eigner Indigo hat 255 neue Maschinen bestellt

A321 von WizzAir: Eigner Indigo hat 255 neue Maschinen bestellt

Foto: Szilard Koszticsak / EPA-EFE

Airbus scheint die Coronakrise abzuschütteln. Pünktlich zur ersten großen Luftfahrtmesse seit dem Beginn der Pandemie hat der europäische Flugzeugbauer nun einen Großauftrag erhalten.

Das US-Unternehmen Indigo Partners orderte 255 Maschinen vom Typ A321, wie Airbus auf der Dubai Flugshow mitteilte. Die Maschinen könnten damit künftig bei den vier Indigo-Airlines Wizz Air, Frontier, Volaris und Jetsmart zum Einsatz kommen.

Zum Wert des Großauftrags machte Airbus keine Angaben. Auf Grundlage des zuletzt im Jahr 2018 veröffentlichten Listenpreises läge der Auftragswert bei mehr als 33 Milliarden Dollar, Listenpreise finden bei Großaufträgen allerdings selten Anwendung. Airbus-Chef Guillaume Faury deutete an, dass ein attraktiver Preis möglich sei: »Es ist ein Geben und Nehmen.«

Die ungarische Billig-Airline Wizz Air soll den Angaben zufolge 102 Flugzeuge erhalten, die US-Gesellschaft Frontier Airlines 91, die mexikanische Fluggesellschaft Volaris 39 Maschinen und die chilenische Jetsmart 23. Die Auslieferungen sollen im Jahr 2025 beginnen.

British Airways, Emirates und Co. fliegen wieder mit A380

Auch insgesamt könnte es für die von den Coronabestimmungen hart getroffene Luftfahrtbranche wieder aufwärts gehen. Airbus erwartet in den nächsten 20 Jahren einen weltweiten Bedarf von 39.020 neuen Passagier- und Frachtflugzeugen, wie Verkaufschef Steve Scherer sagte. Das sind nur 0,5 Prozent weniger als Airbus vor zwei Jahren – also vor Ausbruch der Pandemie – vorhergesagt hatte. Eine wachsende Nachfrage nach Frachtflugzeugen dürfte dabei das verlangsamte Wachstum des Passagierverkehrs größtenteils wettmachen.

Airbus geht von einem jährlichen Zuwachs von Fluggästen von 3,9 Prozent statt von 4,3 Prozent wie vor zwei Jahren aus. »Wir haben durch die Pandemie letztlich zwei Jahre Wachstum verloren«, sagte Scherer.

Dass die Erholung bei den Fluggesellschaften ankommt, darauf deutet auch hin, dass manche Airlines an der Rückkehr des Super-Jumbo Airbus A380 arbeiten. British Airways fliegt manche europäischen Verbindungen bereits wieder täglich mit dem weltweit größten Passagierflugzeug an, um ihre Crews auf den vorgeschriebenen Trainingsstand zu bringen. Im Winter geht es dann wieder nach Miami, Dubai oder Los Angeles.

Auch Qatar, Emirates, die japanische ANA, Qantas und Singapore Airlines schicken nach einer Aufstellung des Luftverkehrsexperten Andreas Spaeth die Riesenflugzeuge wieder auf Reisen. Die Lufthansa hingegen hat ihre 14 Maschinen dieses Typs dauerhaft eingemottet , sechs davon hat Airbus bereits zu einem ungenannten Preis zurückgenommen.

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Die Geschichte des A380 in Bildern: Groß, größer, größenwahnsinnig

Foto: PASCAL PAVANI/ AFP

Corona hin oder her: Der Flugzeugtyp gilt vielen Airlines als zu groß und zu unflexibel. Hinzu kommen hohe Wartungskosten. Schon weit vor der Pandemie, im Februar 2019, hatte Airbus deshalb das Produktionsende verkündet, die Nachfrage war zusammengebrochen.

Nach 251 gebauten Exemplaren geht somit im Werk in Hamburg-Finkenwerder in diesen Tagen eine Ära zu Ende. In der ersten Dezemberhälfte soll die letzte A380 an Emirates übergeben werden.

apr/Reuters/AFP/dpa
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