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14. Oktober 2014, 07:41 Uhr

Airbus-Chef gegen Verteidigungsministerium

"So einen Vertrag unterschreiben wir nie wieder"

In einem Gutachten werden Airbus teure Fehler beim Militärtransporter A400M vorgeworfen. Jetzt weist Konzernchef Tom Enders die Kritik zurück - und macht seinem Ärger über das Verteidigungsministerium Luft.

Berlin - Airbus-Chef Tom Enders hat die Rüstungsbranche gegen Kritik der Bundesregierung verteidigt. Es werde der Sache nicht gerecht, "den Schwarzen Peter allein nur bei uns abzuladen", sagte der Manager in einem Interview des Magazins "Cicero". "Was wir heute sehen, ist das Ergebnis eines jahrelangen, unehrlichen Umgangs miteinander."

Die Rüstungsindustrie steht unter Druck, seit Experten in einem Gutachten massive Verzögerungen und Verteuerungen bei den neun größten Rüstungsprojekten der Bundeswehr festgestellt haben, darunter auch beim Militärtransporter A400M von Airbus. Das Gutachten wurde im Auftrag von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erstellt.

Enders sagte, sein Unternehmen habe beim A400M gut vier Milliarden Euro draufzahlen müssen. An den 175 Flugzeugen für europäische Kunden werde Airbus keinen Cent verdienen. Die Bundeswehr werde ihre A400M aller Voraussicht nach Ende November bekommen.

Der Manager kritisierte zudem die Strukturen und Arbeitsweise im Verteidigungsministerium in Berlin. Er kenne keine Rüstungsbürokratie, die risiko- und verantwortungsscheuer agiere als die deutsche.

Zugleich kündigte er Konsequenzen aus dem Fall an. "Wir werden uns nicht noch einmal in die Tasche lügen und von Regierungen zu Programmvereinbarungen drängen lassen, wenn die zugrunde liegenden Termine und Budgets von vorneherein unrealistisch sind", sagte er. "So einen Vertrag wie bei A400M unterschreiben wir nie wieder, so viel steht fest."

Das für die Bundesregierung erstellte Gutachten weist auf rund 140 Probleme und Risiken bei neun Großprojekten hin, die ein Volumen von 57 Milliarden Euro umfassen. Die Gutachter kritisierten auch, dass der Bund seine Verträge mit der Rüstungsindustrie schlecht vorbereite.

ssu/Reuters

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