Verkaufte Maschinen Airbus löst Boeing an der Spitze ab

Die Schwierigkeiten mit dem Crash-Flieger 737 Max hinterlassen massive Spuren bei Boeing: Die Verkaufsbilanz des US-Konzerns im Jahr 2019 ist desaströs.
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Während bei Airbus zum Jahresende traditionell die Produktion über Weihnachten und Neujahr ruhte, arbeiteten die Beschäftigten in den Auslieferungszentren des Flugzeugbauers am 31. Dezember noch bis in den späten Nachmittag auf Hochtouren.

Nicht nur ihr Einsatz hat sich offenbar gelohnt: Airbus hat im abgelaufenen Jahr 863 Maschinen ausgeliefert und damit nicht nur 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr, sondern zugleich den krisengeschüttelten US-amerikanischen Wettbewerber Boeing zum ersten Mal seit 2011 als weltgrößten Flugzeughersteller abgehängt, berichtet der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur Reuters. Airbus lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Boeing leidet massiv unter dem Flugverbot des einstigen Hoffnungsträgers 737 Max - und lieferte von Januar bis November 2019 gerade einmal 345 Flieger aus. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 704 Maschinen und für das gesamte Jahr 2018 nach eigenen Angaben 806 zivile Flugzeuge.

Nach zwei Abstürzen der 737 Max mit mehreren Hundert Toten in Indonesien und Äthiopien brach der Absatz des Fliegers massiv ein. Boeing kündigte Mitte Dezember den Produktionsstopp des Flugzeugs an. Wenige Tage später musste Konzern-Chef Dennis Muilenburg wegen des Desasters zurücktreten. Angesichts der massiven Probleme des US-Konzerns kam die Ablösung an der Spitze nicht überraschend.

Airbus wiederum hatte Ende Oktober wegen eigener Probleme beim Hochfahren der Produktion des A321neo seine Auslieferungsziele für das Jahr 2019 auf 860 Maschinen gekürzt, hielt aber am Gewinnziel für das Gesamtjahr 2019 fest.

Boeing liegt nun weit abgeschlagen hinter dem europäischen Airbus-Konzern und muss nach Einschätzung von Experten enorme Kraftanstrengungen unternehmen, um die Lücke wieder zu schließen. Dies gilt um so mehr, als Airbus weitere Bestellungen einheimst.

Kurz vor dem Jahreswechsel noch ließ die Air France das Auftragsbuch von Airbus weiter anschwellen und bestellte 60 Flugzeuge des Typs A220 verbindlich. Die französische Fluggesellschaft erneuert damit Stück für Stück ihre zusehends in die Jahre gekommenen Maschinen des Typs A318 und A319.