Regionalflughafen Konzern aus Shanghai kauft Flughafen Hahn
Hunsrück-Flughafen Hahn
Foto: Thomas Frey/ dpaDer Hunsrück-Flughafen Hahn geht an die chinesische Shanghai Yiqian Trading. Rheinland-Pfalz verkaufe seinen Airport-Anteil von 82,5 Prozent für einen niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag an die Firma, teilte das Bundesland mit. Der Käufer sei in den Branchen Luftfahrt, Logistik und internationaler Handel tätig
Hahn ist einer der ehemaligen Militärflughäfen in Deutschland, die kein tragfähiges Geschäftsmodell gefunden haben. Rheinland-Pfalz musste wiederholt Geld nachschießen. Rheinland-Pfalz sei auch künftig bereit, Betriebs- und Investitionsbeihilfen zu gewähren, sagte der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD).
Eines der größten Probleme ist, dass Hauptnutzer Ryanair seit Jahren sein Angebot dort schrumpft und seine Flugzeuge lieber an großen Flughäfen wie Köln einsetzt. Voriges Jahre zählte Hahn nur noch 2,7 Millionen Passagiere, vor zehn Jahren waren es noch knapp vier Millionen.
Die übrigen 17,5 Prozent an dem hoch defizitären Flughafen hält Hessen, das noch über den Verkauf seiner Anteile verhandelt, sich aber ebenfalls auf der Zielgeraden sieht. Dem Vernehmen nach geht es um denselben chinesischen Investor.
Zwei weitere chinesische Investorengruppen unterlegen
Außer der Shanghai Yiqian Trading hatten zuletzt noch zwei weitere Investorengruppen geboten. Zum einen der chinesische Mischkonzern HNA, der sich dazu mit dem Investorenkonsortium ADC verbündet hatte. Allerdings war das Konsortium der "FAZ" zufolge nur bereit, einen symbolischen Kaufpreis von 1 Euro zu bieten und stattdessen 50 Millionen Euro in die Infrastruktur zu investieren. Zum anderen hatte Chinas staatlicher Wirtschaftsförderer Henan Civil Aviation Development (HNCA) ein Angebot abgegeben. Das Staatsunternehmen hatte bereits 2013 die Frachtfluggesellschaft Cargolux erworben und will den Regionalflughafen offenbar zu einem weiteren Fracht-Drehkreuz umbauen.
Endgültig gesichert ist der Verkauf allerdings erst, wenn auch der rheinland-pfälzische Landtag zustimmt. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hatte kürzlich "aus Gründen maximaler Transparenz" angekündigt, dem Parlament in Mainz ein Hahn-Veräußerungsgesetz vorzulegen. Die Zustimmung gilt allerdings als sicher. Dabei wird der privatisierte Flughafen auch nach dem Verkauf noch bis 2024 insgesamt mehr als 50 Millionen Euro Betriebs- und Investitionsbeihilfen bekommen können.