Zusammenbruch der Super League Aktie von Juventus Turin bricht um mehr als zwölf Prozent ein

Das umstrittene Milliardenprojekt Super League steht vor dem Aus. Die Kurse von Juventus Turin und Manchester United haben daraufhin kräftig nachgegeben, Anlegerschützer drohen nun mit dem Gang zur Börsenaufsicht.
Juventus-Präsident Andrea Agnelli (links): Den Hauptinitiator der Super League trifft nun der Ärger von Anlegern

Juventus-Präsident Andrea Agnelli (links): Den Hauptinitiator der Super League trifft nun der Ärger von Anlegern

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MIGUEL MEDINA / AFP

Die Pläne für eine Super League aus europäischen Spitzenfußballklubs galten binnen 48 Stunden als Makulatur: Nachdem die englischen Klubs und auch der italienische Rekordmeister Juventus von der Idee Abstand genommen haben, haben unter den teils an der Börse gehandelten Fußballunternehmen die Aktienkurse teils kräftig nachgegeben.

Das drohende Aus für die geplante neue Liga brockte Juventus Turin an der Mailänder Börse einen Kurssturz von zwischenzeitlich knapp 13 Prozent ein. Die Papiere des Klubs von Super-League-Mitinitiator Gianni Agnelli stürzten bis zum Börsenschluss am Mittwoch auf 0,76 Euro ab.

»Schäden bei Fans und Investoren«

Die in Frankfurt notierten Aktien von Manchester United verloren – nach Zugewinnen am Montag – rund fünf Prozent. Der Verein hatte nach heftigen Protesten von Fans und Politik das Projekt gemeinsam mit den anderen beteiligten britischen Klubs fallen gelassen. »Das ist ein totales Debakel«, sagte Neil Wilson, Chefanalyst des Online-Brokers Markets.com. »Investoren könnten bei Engagements bei Fußball-Klubs Vorsicht walten lassen.«

Geht es nach dem italienischen Konsumentenschutzverband Codacons , soll der spektakuläre Vorstoß für die Initiatoren Folgen haben. Wegen des Verdachts der Marktmanipulation droht der Verband mit juristischen Schritten gegen Juventus bei der Börsenaufsicht. »Das Projekt der Superliga ist gescheitert, es hinterlässt jedoch Schäden bei Fans und Investoren, für die die Klubs aufkommen müssen«, teilte Codacons mit. »Das Verhalten von Juventus, AC Mailand und Inter Mailand darf nicht ungestraft bleiben.«

Die Mehrheit der Fußballanhänger dürfte das jedoch weniger direkt tangieren: International wird vielmehr das Scheitern der Super League gefeiert, die britische »Sun« schrieb nach dem Rückzug der britischen Klubs von einem »Sieg für die Fans«. Zahlreiche Klubmanager baten für die Pläne um Verzeihung. »Wir haben einen Fehler gemacht, und wir entschuldigen uns«, schrieb der FC Arsenal. Manchester-United-Chef Joel Glazer räumte ein, »auf der Suche nach einer stabileren Basis für den Sport nicht genügend Respekt vor seinen tief verwurzelten Traditionen gezeigt« zu haben.

apr/Reuters/sid
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