99,9 Prozent Aktionäre der Londoner Börse votieren für Fusion mit Deutscher Börse

Es war nur eine kleine Hürde: Die Anteilseigner der London Stock Exchange haben dem Zusammenschluss mit der Deutschen Börse zugestimmt. Doch noch immer steht der ganze Deal auf der Kippe.

London Stock Exchange
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Die Aktionäre der London Stock Exchange (LSE) haben mit großer Mehrheit für den geplanten Zusammenschluss mit der Deutschen Börse votiert. 99,9 Prozent hätten auf einer außerordentlichen Hauptversammlung in London grünes Licht für die rund 25 Milliarden Euro schwere Fusion gegeben, teilte die LSE mit.

Erforderlich waren 75 Prozent Zustimmung. Auf dem Weg zur geplanten europäischen Superbörse galt das Votum der LSE-Anteilseigner als eines der kleineren Hindernisse. Nach dem Nein der Briten zur Europäischen Union steht der gesamte Deal auf der Kippe. Vor allem die Vereinbarung, den rechtlichen Sitz der Dachgesellschaft in London anzusiedeln, stößt nach dem Brexit-Votum in Deutschland zunehmend auf Widerstand.

Die Eigner der Deutschen Börse haben nun bis zum 12. Juli Zeit, um ihre Papiere im Rahmen eines öffentlichen Umtauschangebots anzubieten. Anschließend müssen die Aufsichtsbehörden noch zustimmen.

msc/Reuters/dpa-afx



insgesamt 8 Beiträge
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ackergold 04.07.2016
1.
Zusammenschluss und dann gibt es zwei Möglichkeiten: Die unwahrscheinliche: Verlagerung des Schwerpunkts nach London und damit nach außerhalb der EU. Die wahrscheinliche: Fusion und Aufgabe des Standorts London, weil dort nichts mehr zu holen ist.
BettyB. 04.07.2016
2. Aufgabe des Standorts London
Tja, leider will man die Zentrale nach London legen, dafür aber gibt es wahrlich kaum einen guten Grund, es sei denn man wollte in London schon vor oder erste nach dem vollzogenen Exit fehlende Arbeitsplätze aus sozialen Gründen ersetzen. Das wäre irgendwie unverständlich, aber anerkennenswert...
dasdondel 04.07.2016
3. kein Grund ?
---Zitat--- Tja, leider will man die Zentrale nach London legen, dafür aber gibt es wahrlich kaum einen guten Grund ---Zitatende--- Ich vermute der Grund ist, daß EU Gesetze ausserhalb der EU nicht gelten. Finanztransaktionssteuer ?
_Mitspieler 04.07.2016
4. Standortfrage
Die hohe Zustimmungsquote macht deutlich, welche exorbitanten Vorteile die Anteilseigner der London Stock Exchange (LSE) in dem Zusammenschluss sehen. Ich sage voraus, dass die Umtausch-Andienungsquote bei der Deutschen Börse aus dem gleichen Grund erheblich geringer ausfallen wird. Denn nicht erst seit dem Brexit-Votum lag hier eine inzwischen jedoch noch ausgeprägtere Bewertungs-Schieflage vor. Es wird von den Merger-Befürwortern argumentiert, immerhin ginge der Vorsitz des fusionierten Unternehmens an einen Deutschen. Doch erstens lebt dieser seit Jahren mit seiner Familie in London und hat zweitens eine vertragliche / biologische Restlaufzeit, während ein Unternehmenssitz demgegenüber viel statischer ist. Auch werden von einigen Sezessionisten die Niederlande als Standort ins Gespräch gebracht, um den Londonern die Sache zu versüßen. Auch hier ist einzuwenden: Der starke Partner sitzt bereits in Frankfurt (Eschborn) und ob die Niederlande in wenigen Jahren noch in der EU sind oder nicht, ist ebenso nicht risikofrei mit "ja" zu beantworten.
merlin 2 04.07.2016
5. Verständlich!
Alle Bedenken sind sehr verständlich: Wer will sich schon raketengleich ins Abseits schießen?! Da mag die Transaktionssteuer locken oder nicht, draußen ist draußen. Das wissen die Londoner natürlich auch und hatten dehalb ja auch mehrheitlich für "remain" gestimmt. Nur dumm, daß es jetzt anders gekommen ist. Vielleicht aber auch eine grandiose Steilvorlage für Frankfurt, denn da sitzt eh schon Rang und Namen und das innerhalb der EU.
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