Betrugsvorwurf Anleger verklagen britische Großbank auf 4,7 Milliarden Euro

Bis zu vier Milliarden Pfund Entschädigung fordern Aktionäre von der Royal Bank of Scotland. Vorstände sollen noch kurz vor Ausbruch der Weltfinanzkrise Tausende Investoren über die desolate Lage des Geldhauses getäuscht haben.
RBS-Filiale in London: Klage Tausender Kleinanleger

RBS-Filiale in London: Klage Tausender Kleinanleger

Foto: Andy Rain/ picture alliance / dpa

London - Aktionäre der teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS) haben eine Milliardenklage gegen die Bank und den früheren Vorstandschef Fred Goodwin eingereicht. Eine Gruppe von mehr als 12.000 privaten sowie rund hundert institutionellen Anlegern fordert eigenen Angaben zufolge bis zu vier Milliarden Pfund (rund 4,7 Mrd Euro) Entschädigung.

Die Gruppe wirft Ex-RBS-Chef Goodwin und drei weiteren Vorstandsmitgliedern vor, Investoren über die desolate Finanzlage des Unternehmens getäuscht zu haben, ehe sie sich 2008 beteiligten. Die Klage sei für Tausende geprellte Kleinanleger ein großer Schritt nach vorn, sagte ein Sprecher der Aktionärsgruppe.

Die RBS schrieb im Geschäftsjahr 2008 in Folge der Weltfinanzkrise einen Verlust von mehr als 24 Milliarden Pfund und musste von britischen Staat gerettet werden, dem das Institut inzwischen zu mehr als 80 Prozent gehört. In den vergangenen fünf Jahren schrieb die Bank stets rote Zahlen.

Erst im Februar hatte die Bank bekanntgegeben, Strafen von insgesamt 615 Millionen Dollar an Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien zahlen zu müssen. Mitarbeiter der RBS hatten den Aufsehern zufolge über Jahre hinweg und in Hunderten von Fällen den Interbanken-Zinssatz Libor manipuliert.

fdi/dpa
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