Babette Albrecht im Achenbach-Prozess "Die waren wie Hyänen. Alle."

Zeugin Babette Albrecht: "Wir hatten ja schon Kunst"
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Zeugin Babette Albrecht: "Wir hatten ja schon Kunst"

Aus Essen berichtet

2. Teil: "Wir wollten für die Bilder keinen 'Albrecht-Aufschlag' zahlen"


Babette Albrecht sieht die Bekanntschaft zu den Achenbachs heute so: Sie und ihr Mann sind in eine Falle getappt. In eine Falle, die nicht besonders gut getarnt war, könnte man allerdings einwenden. Mit anderen Worten: Eine besonders glückliche Figur haben er und seine Frau dabei nicht gemacht.

Doch wie schwierig muss es sein, als Superreicher echte, neue Freunde zu finden? Und wie stark muss ein Milliardär sein, um Nein zu sagen, wenn es bei der Freundschaft plötzlich um Geld geht und daraus vielleicht ein schlechtes Gefühl erwächst?

Berthold Albrecht hatte nach Auskunft seiner Frau vor der Bekanntschaft mit Achenbach ein einfaches Rezept, mit dieser Frage umzugehen. "Mein Mann war eher reserviert", sagt sie mit Blick auf Einladungen, Anfragen und sonstige Formen sozialer Kontaktaufnahme.

Beim Abendessen brach das Eis

Doch bei Achenbach brach das Eis sehr schnell. Bei einem Abendessen in der Essener Nachbarschaft hätten sich die Paare kennengelernt, sagt Albrecht. "An diesem Abend blühte mein Mann auf." Er habe einfach interessant gefunden, was der Kunstberater erzählte. Kunst sei am Anfang gar nicht das wichtigste Thema gewesen. "Wir haben uns viel über die Kinder unterhalten." Die Albrechts haben fünf, die Achenbachs acht.

Über anderthalb Jahre entstand ein mehr oder weniger fester Kontakt zu den Düsseldorfern. Ein Essen in Achenbachs Restaurant "Monkey's" hier, eine Einladung zum Geburtstag dort. "So entwickelte sich eine ganz nette Freundschaft", sagt Albrecht.

Dann schließlich - sie war einmal ohne ihren Mann im "Monkey's" - fragte Achenbach, ob ihr Mann Kunst kaufen wolle. "Wir hatten ja schon Kunst", erinnert sich Albrecht. Sie habe ihren Mann aber gefragt, und der fand die Idee gut. Achenbachs Provision sollte bei fünf Prozent liegen.

Achenbach brachte ein Bild nach dem anderen

Detailreich schildert die Witwe dann, wie Achenbach ein Bild ums andere zur Villa der Albrechts heranfahren ließ - und mit recht einfachen Argumenten für den Kauf warb. Die Towerbridge von Oskar Kokoschka habe ihr auch deshalb so gut gefallen, weil ihre Kinder gerade in London waren, sagt Albrecht. Eine Löwenskulptur fand später bei ihr auch deshalb Gefallen, weil ihr Sternzeichen Löwe ist.

Auf Kunstmessen in Basel und Miami ging der Aldi-Erbe mit seiner Frau stets in gebührendem Abstand hinter Achenbach her. "Wir wollten ja unerkannt bleiben", sagt Albrecht. "Sonst hätten wir sofort einen 'Albrecht-Aufschlag' für die Bilder gezahlt."

insgesamt 50 Beiträge
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Seite 1
wernerwenzel 19.01.2015
1. Was hat das denn nun
mit dem Islam zu tun? Gar nichts, mMn!!!
poetdale 19.01.2015
2. Die sparsamen Albrechts
Nach dem Lobgesang der Aldi Story im Prozess die Realität. Der sparsame Herr Albrecht verschleudert pardon investiert 23 Millionen in Gemälde und Oldtimer. Beim Wert der Objekte fühlt sich die Familie betrogen. Jeder, der Akkuschrauber, Gartenmöbel und Elektrogeräte bei Aldi kauft, sollte hier aufhorchen, wird er doch mindestens genauso hinters Licht geführt
Sangit raju 19.01.2015
3. Uuppps ...
... ist das jetzt nicht ein originäres Thema von RTL ...? Hochstapler sucht Milliardär ...???
Silversurfer2000 19.01.2015
4. Und diese Erben zahlen keine Erbschaftssteuer
Solange das Vermögen riesig ist (Firmen, mehr als 200 Wohnungen, etc.) zahlt man keine Erbschaftssteuer (nur Dummensteuer an Leute wie Helge Achenbach, aber davon hat die Allgemeinheit ja nichts). Bei mittleren Vermögen sind es ca. 20%. Ziemlich ungerecht aus meiner Sicht.
jamesfrazer 19.01.2015
5. Gier und Geiz
sind die anerzogenen Charaktereigenschaften einiger Familien in Deutschland . Und wenn man dann noch perfekt im Lügen ist wäre das die ideale Vorraussetzung als Politiker.
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