Babette Albrecht im Achenbach-Prozess "Die waren wie Hyänen. Alle."

Zeugin Babette Albrecht: "Wir hatten ja schon Kunst"
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Zeugin Babette Albrecht: "Wir hatten ja schon Kunst"

Aus Essen berichtet

3. Teil: "Meinem Mann sah man an, dass er kein normaler Albrecht war"


Und so sei es ausschließlich Achenbach gewesen, der mit den Ausstellern über Preise geredet hätte. "Er kannte sich aus, er konnte verhandeln." Dass er dies nicht nur zum Vorteil der Albrechts getan haben könnte, daran hätten sie keinen Gedanken verschwendet.

War der Drang, im Hintergrund zu bleiben, und alles Achenbach zu überlassen, nicht etwas zu stark ausgeprägt, will Richter Johannes Hidding wissen. Schließlich seien die Albrechts in der Öffentlichkeit ja gar nicht bekannt gewesen, und Menschen mit diesem Namen gebe es zuhauf. "Meinen Mann erkennt man sofort, der war eine ganz besondere Erscheinung", sagt Albrecht. "Dem sehen Sie an, dass er kein normaler Albrecht ist."

Anselm Kiefer, Gerhard Richter, Roy Lichtenstein, Neo Rauch - die Namen der hochrangigen Künstler purzeln dem Richter nur so aus dem Mund, und Babette Albrecht fällt es oft schwer, sich an jedes Bild zu erinnern, das ihr Mann über Achenbach erworben hat.

"Eigentlich immer das genommen, was er empfohlen hat"

Irgendwann wurde es ihrem Mann und ihr zu viel. Mal hatte ein Bild "eine negative Aura" - es wurde schließlich dennoch gekauft. Ein anderes war zu groß. "Es hat bis heute keinen richtigen Platz im Haus." Doch damit war noch nicht Schluss. "Die Wände bei uns waren irgendwann voll, aber Herr Achenbach sagte, wir finden schon einen Platz."

Für insgesamt etwa 120 Millionen Euro erwarben die Albrechts Kunst und später Oldtimer über Achenbach. "Er wollte ja immer nur die Meisterwerke haben", erinnert sich Albrecht. Ich hätte ja auch mal andere schöne Sachen genommen, die nicht so teuer waren. Aber es wurde eigentlich immer das genommen, was er empfohlen hat."

Schließlich verlegten sich Berthold Albrecht und Achenbach auf den Kauf von besonders seltenen Oldtimern - für zum Teil über zehn Millionen Euro. Alte Ferraris, Bentleys, und nicht zuletzt der Mercedes 540k Roadster, den auch Alfried Krupp von Bohlen und Halbach sein Eigen nannte.

Doch nach einigen schönen Erfolgen mit den Wagen bei Oldtimer-Rallyes stellte sich bei Babette Albrecht auch hier ein ungutes Gefühl ein. Der Gesundheitszustand ihres Mannes verschlechterte sich zusehends. Nach ihren Angaben ließ Achenbach nicht locker. "Er wusste, dass mein Mann sehr krank war, und ich fand es nicht in Ordnung, dass er wieder einen Autokauf machen wollte."

insgesamt 50 Beiträge
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Seite 1
wernerwenzel 19.01.2015
1. Was hat das denn nun
mit dem Islam zu tun? Gar nichts, mMn!!!
poetdale 19.01.2015
2. Die sparsamen Albrechts
Nach dem Lobgesang der Aldi Story im Prozess die Realität. Der sparsame Herr Albrecht verschleudert pardon investiert 23 Millionen in Gemälde und Oldtimer. Beim Wert der Objekte fühlt sich die Familie betrogen. Jeder, der Akkuschrauber, Gartenmöbel und Elektrogeräte bei Aldi kauft, sollte hier aufhorchen, wird er doch mindestens genauso hinters Licht geführt
Sangit raju 19.01.2015
3. Uuppps ...
... ist das jetzt nicht ein originäres Thema von RTL ...? Hochstapler sucht Milliardär ...???
Silversurfer2000 19.01.2015
4. Und diese Erben zahlen keine Erbschaftssteuer
Solange das Vermögen riesig ist (Firmen, mehr als 200 Wohnungen, etc.) zahlt man keine Erbschaftssteuer (nur Dummensteuer an Leute wie Helge Achenbach, aber davon hat die Allgemeinheit ja nichts). Bei mittleren Vermögen sind es ca. 20%. Ziemlich ungerecht aus meiner Sicht.
jamesfrazer 19.01.2015
5. Gier und Geiz
sind die anerzogenen Charaktereigenschaften einiger Familien in Deutschland . Und wenn man dann noch perfekt im Lügen ist wäre das die ideale Vorraussetzung als Politiker.
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