Neuer Verband Aldi, Lidl und Pepsi gründen Einwegflaschen-Lobby

Gemeinsam gegen das Dosenpfand: Getränkehersteller und Discounter haben einen Lobbyverband gegründet, der gegen die "Diskriminierung von Einwegflaschen" kämpfen soll. Mitglieder sind außer Aldi und Lidl unter anderem Pepsi und Red Bull.
Energydrinks in Dosen: Einwegverpackungen sind beliebter denn je

Energydrinks in Dosen: Einwegverpackungen sind beliebter denn je

Foto: AFP

Berlin - Große Getränkefirmen, Einzelhandelskonzerne und Verpackungshersteller wollen in einem gemeinsamen Verband für Einwegflaschen und Getränkedosen kämpfen. Der Name kommt vollmundig daher: Bund Getränkeverpackungen der Zukunft (BGVZ). Zu den Gründungsmitgliedern gehören laut "Handelsblatt" die Discounter Aldi und Lidl, der Lebensmittel-Großhändler Lekkerland, die Getränkehersteller PepsiCo und Red Bull sowie die Dosenhersteller Ball und Rexam. Das Ziel sei, eine "Diskriminierung" von Einwegflaschen und Dosen zugunsten von Mehrwegflaschen zu verhindern, zitiert die Zeitung den Verband.

Die rot-grüne Bundesregierung hatte 2003 ein Pfand auf zahlreiche Einweg-Getränkeverpackungen eingeführt. Ziel war es, die Verbreitung dieser als umweltschädigend geltenden Verpackungen einzuschränken. Mittlerweile nutzen allerdings immer mehr Menschen Einwegverpackungen. Dazu führte auch, dass immer mehr Supermarktketten Getränkedosen nach jahrelanger Verbannung wieder in ihr Sortiment aufgenommen haben.

Die Befürworter von Einwegverpackungen argumentieren, dass diese aufgrund der hohen Recyclingrate und des geringen Gewichts besonders umweltfreundlich seien. Mehrwegflaschen würden hingegen oft quer durch Deutschland zum Wiederbefüllen gefahren - was die Umweltbilanz deutlich verschlechtere. Derzeit wird diskutiert, das Einwegpfand auf weitere Getränke- und Packungsarten auszuweiten. Auch eine zusätzliche Zwangsabgabe ist im Gespräch.

cte/AFP