Discounter in der Krise Aldi Nord macht in Deutschland Verlust

Bisher hat der Discounter Aldi Nord noch kein Rezept gegen den schleichenden Niedergang finden können. Im Kernmarkt Deutschland schrieb das Unternehmen nach Informationen des manager magazins 2018 sogar rote Zahlen.
Filiale von Aldi Nord in Siegen

Filiale von Aldi Nord in Siegen

Foto: imago/Rene Traut

Aldi Nord macht in Deutschland Verluste: In der Bilanz für 2018 steht nach Informationen des manager magazins für den Heimatmarkt unter dem Strich ein zweistelliges Millionendefizit. Der Gewinn des Discounters nach Steuern hatte sich im Kernmarkt bereits 2017 auf rund 200 Millionen Euro halbiert. 2018 wird Aldi Nord nur dank der Gewinne einiger Auslandstöchter insgesamt noch eine schwarze Null schreiben.

Im laufenden Jahr war für den wichtigen deutschen Markt ein Umsatzwachstum von 3,5 bis 4 Prozent geplant. Tatsächlich wird das Plus aber unter einem Prozent liegen. Als Reaktion will der neue Aldi-Nord-Chef Torsten Hufnagel das gesamte Unternehmen umbauen und intensiv investieren. 5,2 Milliarden Euro für die Modernisierung der Läden sowie den Neubau von Filialen und die Expansion im Ausland haben die Albrecht-Familien bereits 2017 genehmigt.

Hufnagel geht nach Aussagen von Insidern jedoch davon aus, dass er zur Realisierung seines Wachstumskurses noch mehr Kapital benötigt. Wie es heißt, wären Aldi-Erbe Theo Albrecht und die Familie seines verstorbenen Bruders Berthold bereit, das erforderliche Kapital nachzuschießen.

Hufnagel plant einen radikalen Umbau des Unternehmens. Er will die europäischen Auslandstöchter stärken und gegebenenfalls in weitere Länder expandieren. Innerbetrieblich soll das tradierte System von Befehl und Gehorsam bei dem Discounter enden, die Mitarbeiter werden künftig intensiver geschult und besser informiert.