Nach 101 Jahren Aldi schließt »Filiale Nummer 1« in Essen

Im Frühjahr 1919 zogen die Eltern von Karl und Theo Albrecht mit ihrem Lebensmittelladen in die Huestraße 89 in Essen. Am Samstag macht die älteste Aldi-Filiale nun zu – die Tradition soll aber weiterleben.
Das Aldi-Stammhaus in der Huestraße 89 im Jahr 2019

Das Aldi-Stammhaus in der Huestraße 89 im Jahr 2019

Foto: Marcel Kusch/ DPA

Nach 101 Jahren Lebensmittelhandel im Geburtshaus der Aldi-Gründer Karl und Theo Albrecht schließt die Unternehmensgruppe ihre Filiale im Essener Stammhaus. Das inzwischen viel zu kleine Geschäft in der Huestraße 89 werde am Samstag um 16 Uhr zugemacht, sagte ein Sprecher von Aldi Nord.

Am 10. Dezember um sieben Uhr öffne in unmittelbarer Nähe eine neue und mehr als doppelt so große Filiale. Mit Bildern und Texten werde in der neuen Filiale auf die Tradition hingewiesen. Auf den neuen Markt werde auch die interne Bezeichnung »Filiale Nummer 1« übertragen. Über die Schließung am Samstag hatte zuvor die »Bild«-Zeitung  berichtet.

Bereits 2019 hatte der Konzern seine Absicht verkündet, das Stammhaus Huestraße 89 zu schließen. Es bleibt laut dem Sprecher aber in Besitz der Unternehmensgruppe. Die Gewerberäume sollen neue Nutzer bekommen.

Erste Filiale ging aus Backwarenhandel hervor

Der erste Laden der Unternehmerfamilie Albrecht war zunächst ein Backwarenhandel, den die späteren Eltern von Karl und Theo 1913 im heutigen Essener Stadtteil Schonnebeck eröffneten. Er befand sich in der heutigen Huestraße 87, in Anna Albrechts Elternhaus. Im Frühjahr 1919 verlegten die Albrechts ihr Geschäft ins benachbarte Wohn- und Geschäftshaus Nummer 89, das das Ehepaar kaufte.

Den neuen Laden nannten sie »Kaufhaus für Lebensmittel Karl Albrecht«. In dem Haus sind die Söhne Karl und Theo geboren und aufgewachsen. Die erste Discount-Filiale unter dem Namen Aldi öffnete 1962 in Dortmund.

bah/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.