Wegen Rekordstrafe Chinesischer Internetkonzern Alibaba schreibt rote Zahlen

Eine Milliardenstrafe wegen Marktmissbrauchs hat dem Internetriesen einen Quartalsverlust von 975 Millionen Euro eingebracht. Der Konzern und sein Chef sind bei Pekings Führung schon länger in Ungnade gefallen.
Büros von Alibaba in Peking: Ärger mit dem chinesischen Staat

Büros von Alibaba in Peking: Ärger mit dem chinesischen Staat

Foto: Thomas Peter / REUTERS

Eine Rekordstrafe wegen Marktmissbrauchs hat dem chinesischen Onlineriesen Alibaba einen massiven Quartalsverlust eingebrockt. Im ersten Quartal dieses Jahres machte Alibaba ein Minus von umgerechnet 975 Millionen Euro, wie der Konzern mitteilte. Er zeigte sich aber angesichts des »Potenzials des chinesischen Marktes« optimistisch, was das laufende Jahr angeht.

Die staatliche Behörde für Marktregulierung hatte unlängst eine Strafe von vier Prozent des Umsatzes des Jahres 2019 gegen Alibaba verhängt – umgerechnet 2,3 Milliarden Euro. Ohne diese Strafe hätte der Betriebsgewinn im ersten Quartal umgerechnet 1,3 Milliarden Euro betragen, wie Alibaba mitteilte.

Die staatliche Behörde für Marktregulierung hatte die Strafe nach Abschluss einer seit Dezember laufenden Untersuchung verhängt. Alibaba nutzte demnach seine marktbeherrschende Stellung aus, indem der Konzern Anbieter dazu verpflichtete, ihre Waren ausschließlich auf seinen Verkaufsplattformen anzubieten.

Alibaba und sein Gründer Jack Ma sind in China in Ungnade gefallen. Anfang November war der geplante riesige Börsengang von Ant, dem Finanzarm von Alibaba, überraschend abgesagt worden. Zuvor hatte Firmengründer Ma Ende Oktober öffentlich die Finanzregulierungsbehörden seines Landes kritisiert.

mic/afp
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