Alisher Usmanow Verwirrung um angeblich beschlagnahmte Oligarchen-Jacht in Hamburg

Sie soll 600 Millionen Dollar gekostet haben und für den russischen Oligarchen Alisher Usmanow in Bremen gebaut worden sein. Nun wurde die Luxusjacht »Dilbar« laut einem Medienbericht in Hamburg beschlagnahmt. Die Behörden bestätigen das nicht.
Die »Dilbar« in einem Dock der Hamburger Werft Blohm+Voss

Die »Dilbar« in einem Dock der Hamburger Werft Blohm+Voss

Foto: Hanno Bode / IMAGO

Ein Bericht des US-Magazins »Forbes« vom Mittwoch  über die Luxusjacht »Dilbar« des russischen Oligarchen Alisher Usmanow hat für Aufregung gesorgt. In dem Bericht hieß es unter Berufung auf drei ungenannte Quellen in der Schiffsbranche, die Jacht sei beschlagnahmt worden. Demnach erschienen Mitarbeiter der Werft Blohm+Voss, wo die »Dilbar« überholt wurde, am Mittwoch bereits nicht mehr zur Arbeit. Sowohl Usmanow und als auch Blohm+Voss hätten zunächst nicht auf Anfragen reagiert.

Auf Anfragen des SPIEGEL am Donnerstag erfolgte bislang keine offizielle Reaktion der zuständigen Behörden. Eine Bestätigung der angeblichen Beschlagnahmung gibt es also bislang nicht.

Angesichts der russischen Invasion in der Ukraine sind aktuell weltweit die Vermögenswerte russischer Superreicher ins Visier geraten. In Hamburg liegen Medienberichten zufolge derzeit mehrere Luxusjachten von Oligarchen, von denen jedoch nur Usmanow auf der Sanktionsliste der EU genannt wird. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) hatte am Dienstag versprochen, Warentransporte aus dem Hamburger Hafen nach Russland seien wegen der aktuellen Sanktionen nur noch mit Einzelgenehmigungen des Zolls erlaubt. »Sie können davon ausgehen, dass ab jetzt auch keine Jachten mehr rausgehen«, so Westhagemann.

Usmanow hatte die 156 Meter lange »Dilbar« von der Bremer Lürssen-Werft bauen lassen, der Kaufpreis soll rund 600 Millionen Dollar betragen haben. Es handelt sich laut der Werft nach Bruttoregistertonnage um die größte Motorjacht der Welt. Das Magazin »Forbes« berichtete, das Schiff könne eine Crew von durchschnittlich 96 Menschen sowie bis zu 24 Gäste in zwölf Suiten beherbergen. Zu den Besonderheiten des Schiffs gehörten der größte Swimmingpool, der je auf einer Jacht installiert wurde, sowie zwei Helikopterlandeplätze.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben die Meldung nach Erscheinen modifiziert und ergänzt, damit schneller klar wird, dass es bislang keine Bestätigung für den Vorgang gibt.

dab/jlk