Wettlauf um Krisen-Airline Easyjet bietet ebenfalls auf Teile von Alitalia

Die Bieterfrist für die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia ist abgelaufen. Neben der Lufthansa ist auch Easyjet im Rennen - sowie fünf weitere Interessenten. Doch eine Übernahme ist in weiter Ferne.

Easyjet-Maschine in Berlin (Archiv)
DPA

Easyjet-Maschine in Berlin (Archiv)


Außer der Lufthansa Chart zeigen ist auch die britische Billigfluglinie Easyjet Chart zeigen an Teilen der angeschlagenen italienischen Fluggesellschaft Alitalia Chart zeigen interessiert. Man habe eine entsprechende Interessenserklärung eingereicht, teilte der Konzern am Montag mit. Es bestehe Interesse an bestimmten, zur Strategie für Italien passenden Teilen der Gesellschaft. Über Einzelheiten sei Stillschweigen vereinbart worden.

Zuvor hatte bereits die Lufthansa erklärt, sie habe ein Konzept für eine neu strukturierte Alitalia mit einem fokussierten Geschäftsmodell abgegeben. Laut einem Bericht der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" will Lufthansa 500 Millionen Euro bieten. Der Plan enthalte zudem den Abbau von rund 6000 Arbeitsplätzen. Eine Bestätigung für diese Angaben gibt es bislang nicht. Die irische Budget-Airline Ryanair Chart zeigen wiederum hatte ihrerseits das zuvor bekundete Interesse Ende September zurückgezogen.

Alitalia war im Mai unter kommissarische Aufsicht gestellt worden, nachdem ein Sanierungsplan für die verschuldete Fluggesellschaft gescheitert war. Die 12.000 Beschäftigten hatten in einer Abstimmung einen Sanierungsplan mit drastischen Sparmaßnahmen abgelehnt. Er sah unter anderem Lohnkürzungen und Stellenstreichungen vor. Die italienischen Aktionäre und die arabische Fluglinie Etihad - der mit Abstand größte Aktionär - hatten daraufhin die vorgesehene Kapitalerhöhung von zwei Milliarden Euro abgesagt.

Eine Verstaatlichung des Unternehmens schloss die italienische Regierung aus. Sie favorisiert eine Komplettübernahme - und hält mit einem Hunderte Millionen Euro schweren Überbrückungskredit den Flugverkehr seit Monaten aufrecht. Am Freitag hatte die Regierung in Rom die Frist für den endgültigen Abschluss des Verkaufsprozesses verschoben: Ende April 2018 soll alles stehen. Mit einer Verlängerung der Laufzeit des Brückenkredits von November 2017 auf September 2018 und 300 Millionen Euro wird der Flugbetrieb auch die kommenden Monate gesichert.

Alitalia steckt seit Jahren in der Krise. Billigflieger drängen massiv auf den italienischen Markt und setzen die ohnehin schon schwache Fluglinie unter Druck. Spekuliert wird, dass eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Airline so lange hinausgezögert wird, bis Italien ein neues Parlament wählt. Derzeit wird der 4. März als möglicher Wahltermin gehandelt.

Nach Ablauf der Bieterfrist am Montag gingen laut Alitalia nun sieben Einsendungen beim zuständigen Notar ein. Sie sollten von Sonderverwaltern der Fluggesellschaft geprüft werden, teilte die Fluggesellschaft mit. Verkehrsminister Graziano Delrio hatte zuvor für die Regierung noch mehr Zeit für die Prüfung von Angeboten verlangt, weil Alitalia nicht verscherbelt werden solle.

apr/dpa/Reuters



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INGXXL 17.10.2017
1. Die Lufthansa sollte
sich nicht übernehmen. Easyjet kommt sicherlich mit den streikwütigen Italienern klar. Auch Kartellrechtlich wäre eine Übernahme durch Easyjet besser
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