Autobahnraststätten Allianz-Konsortium kauft Tank & Rast

390 Raststätten und 350 Tankstellen an deutschen Autobahnen gehören zu Tank & Rast. Die sind der Allianz und drei Co-Investoren offenbar 3,5 Milliarden Euro wert. Das Konsortium setzte sich damit gegen drei Mitbieter durch.
Serways-Raststätte an der A2: Allianz-Konsortium zahlt 3,5 Milliarden Euro

Serways-Raststätte an der A2: Allianz-Konsortium zahlt 3,5 Milliarden Euro

Foto: Tank & Rast

Die meisten Tankstellen und Raststätten an deutschen Autobahnen gehören künftig einem Konsortium um die Allianz. Der Versicherer und seine drei Co-Investoren kaufen Tank & Rast für 3,5 Milliarden Euro, berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und dpa unter Berufung auf Insider. Tank & Rast gehören 350 Tankstellen, 390 Raststätten und 50 Hotels an deutschen Autobahnen. Bislang waren der britische Finanzinvestor Terra Firma und eine Deutsche-Bank-Tochter zu je 50 Prozent daran beteiligt.

Das Konsortium aus Allianz Capital Partners (ACP), der Münchener-Rück-Tochter MEAG, dem Staatsfonds von Abu Dhabi und Borealis habe knapp das höchste Angebot abgegeben, hieß es in Finanzkreisen. Insgesamt hatten vier Bieter Interesse an Tank & Rast. Der chinesische Staatsfonds CIC habe ähnlich hoch geboten, sagte ein Insider laut Reuters. Man habe aber den Deutschen die Führung des Unternehmens eher zugetraut. Auch der australische Infrastrukturinvestor Macquarie und der italienische Autobahnkonzessionär Atlantia hatten demnach Gebote abgegeben.

Künftig mehr Autohöfe betreiben

Versicherungen und Finanzanleger investieren wegen der niedrigen Zinsen inzwischen vermehrt in Infrastrukturprojekte, die unabhängig von der Börsenentwicklung langfristig stabile Renditen versprechen. ACP war bereits von 1998 bis 2004 an Tank & Rast beteiligt.

Seit der Privatisierung 1998 hat das Unternehmen mit Sitz in Bonn nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Euro in Raststätten und Tankstellen investiert. Rund 200 Raststätten firmieren unter der Marke Serways. Die Toiletten an den Autobahnen wurden unter der Marke Sanifair umgebaut; für ihre Nutzung müssen die Autofahrer nun bezahlen. Die Gastronomie in vielen Raststätten wurde an Ketten wie Burger King, Nordsee und McDonald's vergeben. Künftig will Tank & Rast verstärkt Autohöfe betreiben, die nicht direkt an den Autobahnen, sondern an den Ausfahrten liegen und den Raststätten Konkurrenz machen.

Im vergangenen Jahr erzielte Tank & Rast bei einem Umsatz von 506 Millionen Euro ein operatives Ergebnis von 236 Millionen Euro. Der Milliardenumsatz fällt allerdings überwiegend bei den etwa 110 Pächtern an.

brk/Reuters/dpa
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