Bilanzskandal Allianz kündigt Wirecard Bank und stellt Bezahl-App ein

Als erstes Schwergewicht der deutschen Finanzwirtschaft macht die Allianz ihren Bruch mit Wirecard öffentlich. Die Bezahl-App "Allianz Pay & Protect" wird eingestellt.
Die Allianz bricht mit der Wirecard Bank

Die Allianz bricht mit der Wirecard Bank

Foto: DPA

Die Allianz Deutschland stellt nach Wirecards Bilanzskandal ihre App für mobiles Bezahlen "Pay&Protect" ein, die über die Wirecard Bank läuft und mit ihr zusammen entwickelt wurde. Der Vertrag mit der Tochter des insolventen Zahlungsabwicklers sei gekündigt worden, teilte Allianz mit.

Die Allianz ist damit das erste Schwergewicht der deutschen Finanzwirtschaft, das die Einstellung einer Kooperation mit Wirecard öffentlich macht. "Die aktuelle Situation hat die Allianz Deutschland AG und die Allianz Partners dazu veranlasst, das Produkt einzustellen und auf Basis der bislang gesammelten Erfahrungen zu überprüfen, inwieweit und in welcher Form ein ähnliches Angebot für das Produktportfolio weiterhin von Bedeutung ist", hieß es.

Der Versicherer hatte im vergangenen Jahr "Allianz Pay&Protect" auf den Markt gebracht. Das Produkt verband eine App für mobiles Bezahlen auf Apple- oder Android-Geräten mit einem Versicherungsschutz. Technisch steht dahinter eine digitale Kreditkarte von Visa.

Eine Sprecherin von Allianz Deutschland wollte nicht sagen, wie viele Kunden das Produkt genutzt hätten. Die App sei aber gut angenommen worden und sei voraussichtlich noch bis Ende August nutzbar, sagte die Sprecherin.

Die Allianz versprach sich von der App eine bessere Kundenbindung. Eine ähnliche Anwendung zum elektronischen Bezahlen unter dem Namen "Allianz Prime" war in der Partnerschaft mit der Wirecard Bank schon vorher in Italien und später auch in Deutschland eingeführt worden. Auch sie dürfte nun eingestellt werden. 

kko/dpa/Reuters
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