Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin treten ab

Sie haben seit 1998 einen Weltkonzern geschaffen und die Techwelt maßgeblich geprägt. Nun ziehen sich die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page von operativen Aufgaben im Mutterkonzern Alphabet zurück.

Sergey Brin (l.) und Larry Page (Archivbild von 2008): "An der Zeit, das Nest zu verlassen"
Paul Sakuma/ AP

Sergey Brin (l.) und Larry Page (Archivbild von 2008): "An der Zeit, das Nest zu verlassen"


Sergey Brin und Larry Page geben ihre Chefposten bei Googles Mutterkonzern Alphabet ab. Die beiden Gründer des Internetgiganten Google teilten ihre Entscheidung in einem gemeinsamen Blogpost mit. "Wir waren nie welche, die sich an Managementpositionen klammern, wenn wir denken, dass es einen besseren Weg gibt, das Unternehmen zu leiten", heißt es darin unter anderem.

Page war zuletzt Alphabet-Chef, Brin hielt im Management einen Posten als "President" mit einem nicht näher beschriebenen Aufgabenbereich.

Google-Chef Sundar Pichai übernimmt nach dem Rückzug der beiden Gründer aus dem Tagesgeschäft nun auch die Führung beim Mutterkonzern Alphabet. Page und Brin behalten aber Sitze im Verwaltungsrat, der dem Vorstand übergeordnet ist. Sie haben zudem auf Dauer starken Einfluss durch besondere Aktien mit mehr Stimmrechten.

Page und Brin lobten Pichai für seine Arbeit. Seit er bei Google Chart zeigen im Amt ist, hat sich die Mitarbeiterzahl von 59.000 auf 114.000 Mitarbeiter fast verdoppelt.

Sundar Pichai: Chef von Google und jetzt auch Alphabet
REUTERS/Brandon Wade/File Photo

Sundar Pichai: Chef von Google und jetzt auch Alphabet

Page und Brin haben Google 1998 gegründet. Im Jahr 2015 wurde Alphabet als Konzerndach über Google gesetzt. Die Idee war, diverse neue Bereiche als eigenständige Schwesterfirmen neben Google zu führen. Page wechselte damals von der Google-Spitze in den Chefposten bei Alphabet. Pichai übernahm die Führung bei Google. Diesen Job wird der 47-Jährige behalten.

Zu Alphabet Chart zeigen gehören heute zum Beispiel die Roboterauto-Firma Waymo und der Lieferdrohnen-Entwickler Wing. Die Einnahmen kommen allerdings nach wie vor fast ausschließlich aus dem Werbegeschäft von Google. Die anderen Alphabet-Firmen mit ihren neuen Technologien erzeugen hohe Kosten bei überschaubaren Umsätzen. Die Stärke des Google-Geschäfts ließ aber die Aktie in diesem Jahr bisher um rund ein Viertel zulegen.

"Es ist an der Zeit, die Rolle stolzer Eltern zu übernehmen"

"Wäre das Unternehmen ein Mensch, wäre er ein junger Erwachsener von 21 Jahren - und es wäre an der Zeit, das Nest zu verlassen", schrieben Brin und Page nun. "Wir glauben, es ist an der Zeit, die Rolle stolzer Eltern zu übernehmen - und Rat und Liebe zu bieten, aber keine tägliche Nörgelei."

Brin und Page kennen sich seit 1995, als sie an der Universität von Stanford studierten. Drei Jahre später gründeten sie Google. Das Unternehmen begann mit dem Ziel, das Internet zu katalogisieren. Heute ist Google eines der mächtigsten Unternehmen der Welt.

Sehen Sie hier ein Videoporträt von Larry Page aus dem Jahr 2015

Getty Images

ptz/aar/AFP/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Alm Öhi 03.12.2019
1. Der Original Abschiedsbrief
https://www.blog.google/inside-google/alphabet/letter-from-larry-and-sergey/
quark4@mailinator.com 03.12.2019
2.
Glückwunsch. Ich finde zwar, sowas wie Google dürfte es konzentriert bei einem Unternehmen gar nicht geben, aber das denke ich über Amazon, Facebook und einige andere auch. Hat aber alles nichts damit zu tun, daß die Jungs offenbar eine Menge richtig gemacht haben. Bauen die jetzt auch Raketen :-) ? Wird interessant sein zu sehen, was sie so anstellen werden.
linoberlin 03.12.2019
3. die Ruhe sei ihnen gegönnt
mein Bekenntnis: Google hat mein Leben verändert. großes Abenteuer, erstmal. und jetzt, nach all den Jahren machen sie mein Leben auch noch bequem. große Leistung!
Andreas P. 03.12.2019
4. ALLES richtig gemacht!
Hut ab. Mehr kann man im Leben nicht erreichen und wieviel "Milliarden" braucht man zum Leben? Das hat doch Qualität, wenn die Beiden sich jetzt zurückziehen und (vielleicht) mehr Fokus auf ihr (Privat)Leben legen. Und ganz raus sind sie ja auch nicht.
Kamillo 03.12.2019
5.
Nicht schlecht, 20 Jahre ranklotzen, und dann aussteigen. Die beiden haben das schneller geschafft, als Bill Gates bei Microsoft. Sind aber wahrscheinlich nicht ganz so reich. Macht aber nix, dasGeld zusammen mit den Aktien dürfte bei einigermaßem bescheidenem Lebensstil trotzdem für ein paar Dutzend Nachkommen reichen.
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