Mini-Elektronik für den Körper Alphabet und GSK bündeln Kräfte

Mit Miniatur-Implantaten gegen Krankheiten wie Diabetes oder Asthma: Der IT-Konzern Alphabet und das Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline wollen zusammen den neuen Markt für Bioelektronik erobern.
GlaxoSmithKline in London

GlaxoSmithKline in London

Foto: © Toby Melville / Reuters/ REUTERS

Google-Mutterkonzern Alphabet und der größte britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) suchen zusammen neue Heilmethoden durch Bioelektronik. Umgerechnet bis zu 640 Millionen Euro wollen die Unternehmen zusammen in den nächsten sieben Jahren in diesen neuen medizinischen Ansatz investieren.

Die Gemeinschaftsfirma Galvani Bioelectronics, die von Alphabets Biowissenschaftssparte Verily Life Science und GSK gegründet wird, soll Miniaturprodukte für den Einsatz in Patienten entwickeln.

Diese kleinen Implantate sollen elektrische Nervensignale modifizieren und dadurch unregelmäßige oder veränderte Impulse, wie sie bei vielen Krankheiten vorkommen, anpassen. GSK erhofft sich davon, dass so chronische Leiden wie Diabetes, Arthritis und Asthma behandelt werden können. Die Zulassung für erste Produkte könnte 2023 beantragt werden.

Galvani soll demnach hauptsächlich im Forschungszentrum von GSK im Norden Londons angesiedelt sein. Ein zweiter Standort ist im kalifornischen South San Francisco vorgesehen. 55 Prozent an Galvani halte GSK, Verily 45 Prozent.

Die britische Regierung begrüßte die Pläne vor dem Hintergrund des Brexit-Votums. Es handele sich um "einen weiteren bedeutenden Sieg für die britische Wirtschaft", sagte der für Unternehmen zuständige Minister Greg Clark. GSK hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, in drei Fabriken in Großbritannien zu investieren.

kig/Reuters/AFP
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