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05. Juni 2015, 07:24 Uhr

Gewerkschaft Ver.di

Streiks bei Amazon und im Einzelhandel

Die Gewerkschaft Ver.di macht Druck: Im Tarifstreit mit dem Versandhändler Amazon sollen die Mitarbeiter am größten deutschen Standort des US-Konzerns erneut die Arbeit niederlegen. Auch im rheinland-pfälzischen Einzelhandel wird gestreikt.

Die Fronten sind verhärtet: Die Gewerkschaft Ver.di lässt im Streit mit dem US-Versandhändler Amazon nicht locker, der Konzern weigert sich bislang aber standhaft, einen Tarifvertrag für seine Mitarbeiter in Deutschland auszuhandeln. Jetzt hat die Gewerkschaft die Mitarbeiter der beiden Verteilzentren des Unternehmens in Bad Hersfeld erneut zum Streik aufgerufen. Die Beschäftigten am größten deutschen Amazon-Standort sollten mit Beginn der Nachtschicht von Freitag an bis zum Samstagabend die Arbeit niederlegen, teilte Ver.di mit.

Mit dem Streikaufruf will Ver.di Amazon in die festgefahrene Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel mit einbeziehen. "Wir wollen deutlich machen, dass alle Beschäftigten im Handel eine kräftigte Lohnerhöhung verdient haben", erklärte Ver.di.

Auch im rheinland-pfälzischen Einzelhandel hat Ver.di zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind am Freitag und Samstag Filialen verschiedener Handelsketten in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Worms, Mainz, Bad Sobernheim und Koblenz. Die Verhandlungen werden am 23. Juni fortgesetzt. Rund 100.000 Rheinland-Pfälzer sind im Einzelhandel beschäftigt.

Ver.di fordert für den Tarifbereich Einzel- und Versandhandel eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent, mindestens jedoch 140 Euro. Darüber hinaus hat sich Ver.di zum Ziel gesetzt, die Arbeitgeber zu einer gemeinsamen Initiative zu bewegen, die Tarifverträge wieder für allgemeinverbindlich erklären zu lassen.

In den deutschen Amazon-Versandzentren wird seit dem Frühjahr 2013 immer wieder gestreikt. Ver.di will für die Beschäftigten Verträge nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Das lehnt der US-Konzern ab und verweist darauf, dass die Gehälter nach den - niedrigeren - Tarifen der Logistikbranche gezahlt würden.

bos/AFP/dpa

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