Gewerkschaft Ver.di Streiks bei Amazon und im Einzelhandel

Die Gewerkschaft Ver.di macht Druck: Im Tarifstreit mit dem Versandhändler Amazon sollen die Mitarbeiter am größten deutschen Standort des US-Konzerns erneut die Arbeit niederlegen. Auch im rheinland-pfälzischen Einzelhandel wird gestreikt.

"Pro Amazon mit Tarifvertrag": Ver.di fordert Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent
DPA

"Pro Amazon mit Tarifvertrag": Ver.di fordert Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent


Die Fronten sind verhärtet: Die Gewerkschaft Ver.di lässt im Streit mit dem US-Versandhändler Amazon nicht locker, der Konzern weigert sich bislang aber standhaft, einen Tarifvertrag für seine Mitarbeiter in Deutschland auszuhandeln. Jetzt hat die Gewerkschaft die Mitarbeiter der beiden Verteilzentren des Unternehmens in Bad Hersfeld erneut zum Streik aufgerufen. Die Beschäftigten am größten deutschen Amazon-Standort sollten mit Beginn der Nachtschicht von Freitag an bis zum Samstagabend die Arbeit niederlegen, teilte Ver.di mit.

Mit dem Streikaufruf will Ver.di Amazon in die festgefahrene Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel mit einbeziehen. "Wir wollen deutlich machen, dass alle Beschäftigten im Handel eine kräftigte Lohnerhöhung verdient haben", erklärte Ver.di.

Auch im rheinland-pfälzischen Einzelhandel hat Ver.di zu einem zweitägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind am Freitag und Samstag Filialen verschiedener Handelsketten in Kaiserslautern, Ludwigshafen, Worms, Mainz, Bad Sobernheim und Koblenz. Die Verhandlungen werden am 23. Juni fortgesetzt. Rund 100.000 Rheinland-Pfälzer sind im Einzelhandel beschäftigt.

Ver.di fordert für den Tarifbereich Einzel- und Versandhandel eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 5,5 Prozent, mindestens jedoch 140 Euro. Darüber hinaus hat sich Ver.di zum Ziel gesetzt, die Arbeitgeber zu einer gemeinsamen Initiative zu bewegen, die Tarifverträge wieder für allgemeinverbindlich erklären zu lassen.

In den deutschen Amazon-Versandzentren wird seit dem Frühjahr 2013 immer wieder gestreikt. Ver.di will für die Beschäftigten Verträge nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels durchsetzen. Das lehnt der US-Konzern ab und verweist darauf, dass die Gehälter nach den - niedrigeren - Tarifen der Logistikbranche gezahlt würden.

bos/AFP/dpa



insgesamt 17 Beiträge
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alexanderschleissinger 05.06.2015
1. Sehr gut...
Verdi lässt es in Zeiten steigender Mieten und erhöhtem Drucks in der Arbeitswelt ja mittlerweile richtig krachen. Sehr gut! Es kann nur gut sein wenn der Wert der Arbeit wieder in den Blick rückt, denn der würde Jahrelang missachtet...
wiese 05.06.2015
2. kein Einzelhandel
Amazon hat nichts mit Einzelhandel oder qualifiziertem Verkauf von Waren zu tun. Solang der Kunde angehalten wird, seine Bewertung ins Netz zu stellen und diese auch noch ausführlich zu begründen und solange der Kunde ständig mit anderen Kundenanfragen für ein besonderes Produkt belästigt wird, solange hat Amazon nicht ansatzweise etwas mit qualifizierten Verkauf von Produkten zu tun.
IB_31 05.06.2015
3.
Amazon ist ein Konzern, welcher diverse Sparten abdeckt.(So kann man z.B. bei AWS Rechenressourcen und Speicherplatz mieten). Bestreikt wird die Amazon Logistik GmbH. Und bei dem Namen denkt natürlich jeder sofort an Einzelhändler. VERDI z.B.
ingenör79 05.06.2015
4. Na dann
liefert Amazon von Polen aus. Ver.di wird sich bei denen nie und nimmer durchsetzen.
the.sprevan 05.06.2015
5. Sorry, aber in einer
Halle auf dem platten Land Packete versandfertig zu machen, hat doch nichts zu tun mit dem Verkauf in einem Ladengeschäft. Im Ladengechäft gibt es Verkaufsdruck und Kunden, die sich zum Teil nicht anständig verhalten. D.h. der Anspruch an Lagerarbeiter/Lagerarbeiterinnen ist doch völlig anders als an Verkäufer/verkäuferinnen.
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