Logistikzentrum Leipzig Amazon-Beschäftigte streiken für Tarifvertrag

Beschäftigte des Internet-Versandhändlers haben am Standort Leipzig erneut die Arbeit niedergelegt. Nach Gewerkschaftsangaben streikten in Früh- und Spätschicht insgesamt 500 Mitarbeiter für einen Tarifvertrag. Das Unternehmen gibt sich unbeeindruckt.
Amazon-Mitarbeiter stehen im Regen: Streik am Standort Leipzig

Amazon-Mitarbeiter stehen im Regen: Streik am Standort Leipzig

Foto: Hendrik Schmidt/ dpa

Leipzig - Im Streit um einen Tarifvertrag haben Beschäftigte des Internet-Versandhändlers Amazon in Leipzig am Montag zum zweiten Mal die Arbeit niedergelegt. In Früh- und Spätschicht waren zusammen rund 500 Beschäftigte im Streik, sagte Jörg Lauenroth-Mago, Fachbereichsleiter der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di. Trotz der kühlen und regnerischen Witterung harrten sie vor den Werkstoren aus. "Vom Streikablauf her ist alles in Ordnung, nun muss nur noch die Geschäftsführung reagieren", sagte Lauenroth-Mago.

Die Gewerkschaft fordert für die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen lehnt dies ab und orientiert sich nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. Wegen des Streiks in Leipzig würden keine Auswirkungen für die Kunden erwartet, teilte das Unternehmen mit, zudem hätten sich "weniger als 380 Ver.di-Mitglieder am Standort Leipzig entschlossen, dem Aufruf zu folgen".

Ein für den Nachmittag geplantes Treffen mit Kommunalpolitikern hatte Amazon wegen des Streiks wieder abgesagt. Kunden, Medienvertreter und Politiker würden regelmäßig in die Logistikzentren eingeladen. Nachdem klar gewesen sei, dass gestreikt werde, seien die Politiker informiert worden, "dass der Eingang unseres Standorts unter Umständen schwer zu erreichen sein wird und dass Lärm unser Gespräch stören könnte - denn der Konferenzraum liegt zur Straße", begründete Amazon die Verschiebung des Treffens. Gewerkschafter Lauenroth-Mago bedauerte dies. "Die Streikenden hätten auch gern mit den Politikern über ihr Anliegen gesprochen", sagte er.

Anders als beim ersten Streik am 14. Mai waren am Montag am größten deutschen Amazon-Standort im osthessischen Bad Hersfeld keine Protestaktionen geplant. In Sachsen und Hessen hatten sich die Ver.di-Mitglieder von Amazon in Urabstimmungen für den Arbeitskampf entschieden. Amazon hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter.

nck/dpa
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