Versandhändler Amazon-Beschäftigte starten zweitägigen Streik

"Da ist mächtig Druck auf dem Kessel": Ver.di hat die Mitarbeiter des Internetversandhändlers Amazon zu einem zweitägigen Streik aufgerufen. Die Unternehmensführung sei bislang nicht zu Verhandlungen bereit.


Düsseldorf - Der Arbeitskampf beim Internetversandhändler Amazon verschärft sich. Die Gewerkschaft Ver.di rief die Beschäftigten in Bad Hersfeld und Leipzig erstmals zu zweitägigen Streiks auf. "Wir rechnen mit 600 bis 800 Streikenden", sagte eine Ver.di-Sprecherin. Schwerpunkt der Proteste ist eine am Montagnachmittag geplante Demonstration zum Amazon-Werk in Bad Hersfeld. Signale der Arbeitgeberseite, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, gebe es bislang nicht.

"Da ist mächtig Druck auf dem Kessel. Bei jeder Aktion, die wir machen, beteiligen sich mehr Leute", sagte der Ver.di-Verhandlungsführer für Hessen, Bernhard Schiederig. Die Mitarbeiter würden "langsam richtig sauer über das Verhalten der Geschäftsführung von Amazon, sich keinen Millimeter in der Frage der Tarifbindung zu bewegen", sagte Jörg Lauenroth-Mago, Verhandlungsführer für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Ver.di-Chef Frank Bsirske hat sich für Montag in Leipzig und Dienstag in Bad Hersfeld angekündigt. Ver.di fordert von Amazon tarifliche Regelungen, wie sie im Einzel- und Versandhandel üblich sind. Amazon nimmt aber die Logistikbranche als Maßstab, in der niedrigere Löhne als im Handel gezahlt werden. In Bad Hersfeld beschäftigt Amazon rund 3300 Mitarbeiter, in Leipzig rund 1200 Festangestellte. Insgesamt zählt der US-Konzern in seinen deutschen Logistikzentren mehr als 9000 Mitarbeiter.

cte/Reuters

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