Mehr als 1,4 Millionen Dollar Gewinn Ex-Amazon-Managerin wegen Insiderhandels angeklagt

Als Angestellte in der Steuerabteilung soll sie vertrauliche Informationen weitergegeben haben: Die US-Börsenaufsicht wirft einer Ex-Amazon-Mitarbeiterin "wiederholten und systematischen" Insiderhandel vor.
"4-Star"-Shop von Amazon in Florida: Auswahl der beliebtesten Produkte im Geschäft

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Foto: Meghan Mccarthy / imago images/ZUMA Wire

Die Aktien von Amazon stiegen 2020 um etwa 70 Prozent, der Internethändler gilt als großer Gewinner der Corona-Schließungen. Von diesen sowie den jüngsten Zugewinnen nach Ankündigungen zum Verkaufsevent Prime Day am Montag wird eine US-Familie jedoch wohl nicht mehr profitieren.

Die US-Börsenaufsicht SEC hat die ehemalige Finanzmanagerin, die bei Amazon arbeitete, sowie zwei ihrer Familienmitglieder wegen Insiderhandels angeklagt. Die Beschuldigten hätten zwischen Januar 2016 und Juli 2018 gemeinsam mehr als 1,4 Millionen Dollar an illegalen Gewinnen eingestrichen, teilte die Behörde mit .

Als Angestellte in Amazons Steuerabteilung soll die Angeklagte mit der Aufbereitung der Geschäftsberichte betraut gewesen sein und Insiderinformationen weitergegeben haben. Vor der Veröffentlichung der Zahlen, die an der Börse für große Kursbewegung sorgen können, sollen ihr Ehemann und dessen Vater die vertraulichen Angaben durch den Kauf oder Verkauf von Amazon-Aktien ausgespielt haben.

Millionenstrafe und sechsstellige Zinsen gefordert

Die SEC geht von einem Fall von "wiederholtem und systematischem" Insiderhandel aus. Die Behörde fordert zuzüglich zur Rückzahlung der 1,4 Millionen Dollar Zinsen in Höhe von 118.406 Dollar und Geldstrafen von 1,1 Millionen Dollar. Zudem habe die Staatsanwaltschaft ein strafrechtliches Verfahren gegen den Ehemann eröffnet. Von den Angeklagten und von Amazon liegen bislang keine Stellungnahmen vor.

Das in Seattle ansässige Unternehmen konnte im Zuge der Coronakrise seinen Umsatz kräftig steigern - und allein im zweiten Quartal den Gewinn im Vergleich zum Vorjahr etwa verdoppeln. Der Prime Day war Anfang des Jahres wegen der Pandemie jedoch verschoben worden.

Jetzt soll die Einkaufsveranstaltung am 13. und 14. Oktober Kunden locken - und könnte so das Saisongeschäft zu Weihnachten bereits früher einläuten. 100 Millionen Dollar investiert der Internetkonzern zum Prime Day in Programme zur Bewerbung von Produkten kleiner und mittlerer Unternehmen.

apr/dpa