Treffen in Berlin Amazon-Gewerkschafter von Polen bis Pakistan vernetzen sich

"Einer der wichtigsten Arbeitskämpfe der jüngeren Geschichte": So sieht das Gewerkschaftsbündnis UNI die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei Amazon. In Berlin trafen sich Mitarbeiter aus mehr als 15 Ländern.
Amazon-Gewerkschafter in Berlin

Amazon-Gewerkschafter in Berlin

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Bei einem Vernetzungstreffen in Berlin haben Amazon-Mitarbeiter aus zahlreichen Ländern dem Internetversandhändler unfaires Gebaren vorgeworfen. "Amazon tritt die Rechte der Beschäftigten mit Füßen", sagte Ver.di-Bundesvorstand Stefanie Nutzenberger. In der Hauptstadt kamen die Vertreter von Beschäftigten aus mehr als 15 Ländern zusammen, darunter Brasilien, Pakistan, die USA, Polen und Argentinien.

Nutzenberger bekräftigte die Forderung der Gewerkschaft nach einem Tarifvertrag für Amazon. In Deutschland hätten die Streiks in den vergangenen Jahre zu "Verbesserungen" geführt, das Ziel aber bleibe der Tarifvertrag. Komme dieser nicht, werde es weiter Konflikte geben.

Der Konzern wies den Vorwürfe zurück. Amazon sei auch ohne Tarifvertrag ein "fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber". Mitarbeiter in den Logistikzentren verdienten am oberen Ende des üblichen Lohnspektrums in diesem Bereich, die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten sei gut.

Unter dem Dach des internationalen Gewerkschaftsbündnisses Uni Global Union (UNI) wollten die Amazon-Beschäftigten in Berlin ihre Strategien koordinieren. UNI-Generalsekretärin Christy Hoffmann warf dem weltweit tätigen US-Konzern bei der Veranstaltung "unternehmerische Gier" vor. Der Kampf dagegen sei "einer der wichtigsten Arbeitskämpfe der jüngeren Geschichte". Das Unternehmen müsse reformiert werden.

dab/AFP
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