Hohe Kosten Amazons Gewinn bricht um rund 28 Prozent ein

Eigentlich boomt das Geschäft - weil Amazon aber viel Geld ausgibt, ist der Gewinn des Unternehmens im vergangenen Quartal deutlich zurückgegangen. Der Konzern gibt sich dennoch optimistisch.
Amazon-Pakete in New York - Der Onlinehändler gibt viel Geld für eine Zustellung binnen 24 Stunden aus

Amazon-Pakete in New York - Der Onlinehändler gibt viel Geld für eine Zustellung binnen 24 Stunden aus

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Amazons Quartalsgewinn ist zum ersten Mal seit 2017 im Jahresvergleich gesunken. Der Nettogewinn lag wegen hoher Kosten laut Unternehmensangaben verglichen mit dem Vorjahreswert um knapp 28 Prozent niedriger bei 2,1 Milliarden Dollar. Das Ergebnis blieb deutlich unter den Erwartungen der Wall Street, die Aktie fiel nachbörslich zeitweise um mehr als neun Prozent. Der Umsatz hingegen stieg um 24 Prozent auf 70 Milliarden Dollar.

Das dritte Quartal ist traditionell kostenintensiv, weil das Weihnachtsgeschäft und das Shopping-Spektakel rund um Thanksgiving mit den Rabattschlachten "Black Friday" und "Cyber Monday" vorbereitet werden. Amazon investiert außerdem massiv in seine Versandlogistik, um "Prime"-Kunden das Versprechen von Lieferungen innerhalb von 24 Stunden zu erfüllen. Im letzten Vierteljahr will der Konzern allein für diesen Kraftakt rund 1,5 Milliarden Dollar ausgeben, kündigte Finanzchef Brian Olsavsky an.

Ausblick auf Weihnachtsgeschäft enttäuscht Analysten

Der Chef des weltgrößten Onlinehändlers, Jeff Bezos, war früher dafür bekannt, mit hohen Ausgaben starkes Wachstum zu forcieren - doch in den vergangenen Jahren hat sich der Konzern zu einer zuverlässigen Gewinnmaschine entwickelt. Nun wartet Amazon schon das zweite Quartal in Folge mit hohen Kosten und weitaus weniger Überschuss als angenommen auf. Zuvor hatte es vier Vierteljahre mit Rekordgewinnen in Folge gegeben.

Auch der Ausblick auf das Weihnachtsgeschäft enttäuschte. Für das Schlussquartal stellte Amazon Erlöse zwischen 80 Milliarden und 86,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten mit deutlich mehr gerechnet. Amazon bekommt neben den etablierten Rivalen wie Alibaba oder Ebay immer stärkere Konkurrenz - etwa durch den US-Shopping-Riesen Walmart, der sein Onlinegeschäft kräftig ausbaut.

kko/dpa
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