Logistik Hermes will bei Packstationen mit Amazon kooperieren

Amazon will sich bei der Zustellung unabhängiger von Paketdiensten machen. Das beunruhigt die Branche. Hermes-Aufsichtsratschef Schneider warnt allerdings davor, sich gegen den Onlinehändler zu stellen.

Hermes-Mitarbeiter
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Ein Zustellzentrum in der Nähe von München, eine eigene Fahrerflotte in den USA oder vollautomatische Packstationen in europäischen Metropolen - der Onlinehändler Amazon will in der Zustellung Fuß fassen. Der Aufsichtsratschef des Logistikkonzerns Hermes hält angesichts dieser Entwicklung nichts von Konfrontation. "Es ist sicher keine gute Idee, sich gegen Amazon zu positionieren", sagte Hanjo Schneider der Zeitung "Die Welt".

Stattdessen setzt Schneider auf Kooperation. "Wir könnten doch auch zusammenarbeiten. Ich kann mir vorstellen, dass Hermes zum Beispiel bei den Packstationen mit Amazon kooperiert", zitiert die Zeitung den Aufsichtsratschef. Beide Unternehmen könnten die Anlagen gemeinsam nutzen und dadurch besser auslasten, so Schneider.

Die Pläne von Amazon beunruhigen die Paketbranche und setzen die klassischen Anbieter unter Druck. "Es gibt eine gewisse Nervosität", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes Paket und Expresslogistik, Florian Gerster Ende Februar. Amazon sei ungemein kapitalstark und ein Unternehmen, das Branchen auf Trab bringen könne.

Der Hermes-Aufsichtsratschef geht davon aus, dass Amazon bei einem Großteil der Zustellungen auch künftig mit Paketdiensten zusammenarbeitet. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, wenn wir eine gute Dienstleistung anbieten, gibt es für Amazon keinen Grund, ein eigenes flächendeckendes Netz aufzubauen", sagte Schneider nun.

brk/Reuters



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