PR-Debakel des US-Konzerns Amazon-Kuriere müssen in Wasserflaschen pinkeln

Amazon hat sich bei einem US-Abgeordneten wortreich entschuldigt – weil der Konzern bestritten hatte, dass seine Kuriere unterwegs in Flaschen urinieren. Das soll sich nun ändern. Man wisse nur nicht, wie.
Amazon-Lieferwagen (Archivbild): Die Pandemie hat manche Probleme verschärft

Amazon-Lieferwagen (Archivbild): Die Pandemie hat manche Probleme verschärft

Foto: MARCO BERTORELLO / AFP

Der Handelskonzern Amazon hat sich für Falschangaben über die Arbeitsbedingungen seiner Kuriere geäußert. Eine Äußerung auf Twitter, wonach Amazon-Mitarbeiter während ihrer Liefertouren nicht in Getränkeflaschen pinkeln müssten, habe sich als »Eigentor« erwiesen, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung  und entschuldigte sich.

Zuvor hatte der US-Abgeordnete Mark Pocan, ein Vertreter der Demokratischen Partei im Repräsentantenhaus, sich auf Twitter unter anderen darüber echauffiert, dass Amazon-Kuriere gezwungen seien, in Flaschen zu urinieren. Amazon reagierte vermeintlich schlagfertig: »Sie glauben die Sache mit dem Pinkeln in Flaschen nicht wirklich, oder? Wenn das wahr wäre, würde niemand für uns arbeiten«, hieß es in einer Antwort auf den Tweet.

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Allerdings arbeiten Zehntausende Menschen für Amazon, obwohl sie durchaus mitunter dazu gezwungen sind, in Flaschen zu urinieren. Das räumte der Konzern am Freitag in einer längeren Stellungnahme ein. »Wir wissen, dass unsere Fahrer mitunter Probleme haben, eine Toilette zu finden, sei es auf abgelegenen Routen oder wegen Staus.« Da während der Pandemie viele öffentliche Toiletten geschlossen seien, habe sich das Problem noch verschärft.

Die forsche Reaktion auf den Tweet des Abgeordneten Pocan bereut Amazon eigenen Angaben zufolge. »Das war ein Eigentor, und wir schulden dem Abgeordneten Pocan dafür eine Entschuldigung«, heißt es in dem Blogeintrag. Die Reaktion auf Twitter habe sich lediglich auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Lagern und Logistikzentren bezogen.

Das Problem mangelnder Toiletten betreffe die ganze Logistikbranche, so der Konzern, und: »Wir wissen noch nicht, wie, aber wir werden nach einer Lösung suchen.«

mxw
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