Druckmittel Weihnachtsgeschäft Amazon-Mitarbeiter treten in Streik

Vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft erhöht die Gewerkschaft Ver.di den Druck auf Amazon: An den Versandzentren Bad Hersfeld und Leipzig sind die Beschäftigten zum Streik aufgerufen. In den kommenden Wochen wollen die Mitarbeiter "immer wieder Nadelstiche setzen".
Amazon-Verteilzentrum in Bad Hersfeld: Nadelstiche im Weihnachtsgeschäft

Amazon-Verteilzentrum in Bad Hersfeld: Nadelstiche im Weihnachtsgeschäft

Foto: Uwe Zucchi/ dpa

Bad Hersfeld/Leipzig - So lange nicht verhandelt wird, wird weiter gestritten: Am Montagmorgen haben beim Internet-Versandhändler Amazon neue Streiks begonnen. An den Verteilzentren in Leipzig und im hessischen Bad Hersfeld beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di zu Beginn der Frühschicht jeweils bereits 150 Mitarbeiter. Allerdings beteiligten sich nicht alle Beschäftigten an der Aktion - aber es ist ein erneuter Warnschuss: "Wir werden im Weihnachtsgeschäft immer wieder Nadelstiche setzen", sagte Ver.di-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago in Leipzig. An beiden Standorten soll die Arbeit den ganzen Tag über ruhen.

Am größten deutschen Verteilzentrum in Bad Hersfeld traten die Mitarbeiter kurz nach Mitternacht in den Ausstand. Am Vormittag war eine Streikversammlung geplant, um weitere Aktionen zu besprechen. Auch in Leipzig wollten sich die Streikenden zu einer Kundgebung treffen. Daran sollten sich laut Ver.di auch Mitarbeiter der Einzelhandelsketten Netto, Kaufland und Real beteiligen, die am Montag in Leipzig zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen waren.

Die Gewerkschaft fordert einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das Amazon-Management lehnt das ab und orientiert sich an den günstigeren Konditionen der Logistikbranche. Deswegen kommt es seit dem Sommer immer wieder zu Streiks. Im Weihnachtsgeschäft will Ver.di nun den Druck auf Amazon erhöhen. Ob es zu weiteren Streiks komme, liege ganz in der Hand von Amazon, teilte Ver.di mit: "In der Sekunde, in der Amazon in Verhandlungen einwilligt, sitzen wir am Tisch und stehen nicht mehr vor der Tür."

nck/dpa/AFP
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