Amazon-Mitarbeiter streiken erneut Störfall im Weihnachtsgeschäft

Wieder legen Mitarbeiter von Amazon die Arbeit nieder, um den Versandriesen zu Tarifverhandlungen zu bewegen. Beide bestreikten Versandzentren liegen in Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland.

Amazon-Mitarbeiter im Versandzentrum Werne
DPA

Amazon-Mitarbeiter im Versandzentrum Werne


Mitten im Weihnachtsgeschäft sind Beschäftigte des Online-Versandhauses Amazon an den Standorten Rheinberg und Werne am Samstag in Streik getreten. Damit wollten sie den Konzern "zur Aufnahme von Tarifverhandlungen zwingen", teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di in Düsseldorf mit.

Die Gewerkschaft fordert für die rund zehntausend Mitarbeiter des US-Konzerns in Deutschland die Anerkennung des Tarifvertrags für den Einzel- und Versandhandel. Amazon lehnt Verhandlungen darüber ab. Deswegen kommt es schon seit dem Frühsommer 2013 immer wieder zu Streiks.

Erklärtes Ziel dieses Streiks ist es Ver.di zufolge, das Weihnachtsgeschäft des US-Unternehmens zu stören. Die Beschäftigten wollten die schlechten Arbeitsbedingungen und gesundheitlichen Risiken "nicht widerstandslos ertragen".

Bereits im Oktober streikten rund tausend Angestellte des Unternehmens. Auch in den vergangenen beiden Jahren war das Weihnachtsgeschäft betroffen. 2015 reagierte Amazon geradezu provokativ gelassen: "Mal ehrlich: Wenn Glatteis ist, juckt uns das weit mehr, als wenn Ver.di zum Arbeitskampf aufruft. Es hat noch kein Paket seinen Adressaten zu spät erreicht, weil gestreikt wurde", sagte Amazon-Deutschlandchef Ralf Kleber im letzten Jahr dem "Tagesspiegel".

In Rheinberg und Werne befinden sich zwei von neun der deutschen Versandzentren des Unternehmens, beide liegen in Nordrhein-Westfalen, Deutschlands bevölkerungsreichstem Bundesland.

bma/AFP



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