Ver.di meldet Arbeitsniederlegung bei Versandhändler Osterstreik bei Amazon

Nur wenige Arbeitstage vor Ostern hat die Gewerkschaft Ver.di Amazon-Mitarbeiter zum Streik aufgerufen. Der Ausstand soll noch bis Dienstagnacht andauern.

Amazon-Mitarbeiter in Bad Hersfeld (Archiv)
DPA

Amazon-Mitarbeiter in Bad Hersfeld (Archiv)


Die Gewerkschaft Ver.di nimmt das Ostergeschäft bei Amazon Chart zeigen ins Visier: Sie hat vor den Feiertagen eigenen Angaben zufolge zu einem Arbeitsausstand bei dem Versandhändler aufgerufen.

"Seit Beginn der Nachtschicht um 0 Uhr am heutigen Montag wird bei Amazon Bad Hersfeld gestreikt. Der Ausstand wird über alle Schichten bis Dienstagnacht fortgesetzt", teilte die Gewerkschaft mit. Ver.di will mit diesem Schritt höhere Löhne durchsetzen sowie für die Anwendung von Tarifverträgen kämpfen.

"Berücksichtigt man, dass eine immer höhere Leistung in den Betrieben abgefordert wird, dann muss diese deutlich über der Inflationsrate liegen", teilte Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke mit.

Amazon: Kein Einfluss auf Lieferung

Amazon teilte mit: "Der Streik hat keinen Einfluss auf die Einhaltung unseres Kundenversprechens, denn die überwältigende Mehrheit unserer Mitarbeiter arbeitet normal."

Ver.di ruft bei dem Versandhändler seit mehr als fünf Jahren immer wieder zum Streik auf, wie viele Mitarbeiter sich am aktuellen Streik beteiligen, ist unklar. Mit den Ausständen sollen Verhandlungen über einen Tarifvertrag erzwungen werden. Die Gewerkschaft will erreichen, dass die Amazon-Mitarbeiter nach den Tarifbedingungen des Einzel- und Versandhandels bezahlt werden.

Amazon lehnt dies bislang ab und orientiert sich an der Vergütung in der Logistikbranche. Das Unternehmen hat seiner Ansicht nach eine Bezahlung am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche üblich sei. Auch die Lohnerhöhungen orientierten sich zuletzt an den Tarifsteigerungen im Einzelhandel.

Das Unternehmen zeige, dass man auch ohne Tarifvertrag ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sein kann, teilte Amazon mit. Die Gehälter beginnen demnach in Deutschland bei mindestens 10,78 Euro pro Stunde, nach 24 Monaten würden inklusive Zusatzleistungen im Schnitt 2397 Euro brutto verdient.

apr



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