Lieferdienst Prime Now Paris prüft rechtliche Schritte gegen Amazon

Amazon bietet seinen Lieferdienst Prime Now mittlerweile in einigen Städten an - auch in Paris. Die dortige Bürgermeisterin befürchtet das Aus für viele lokale Händler - und zeigt sich kämpferisch.

Paket von Amazon
REUTERS

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Die Pariser Stadtregierung droht Amazon rechtliche Schritte im Zusammenhang mit ihrem neuen Lieferservice Prime Now an. Die sozialistische Bürgermeisterin der französischen Hauptstadt, Anne Hidalgo, befürchtet, dass der neue Lieferservice lokale Geschäfte stark schwächen werde. Das berichtet der "Guardian".

Rund fünf Wochen nach dem Start in Berlin hatte der US-Konzern sein Serviceangebot vor drei Tagen auch in Paris in Betrieb genommen. Amazon-Prime-Mitglieder können sich damit ihre Bestellungen entweder innerhalb einer Stunde oder innerhalb eines wählbaren 2-Stunden-Fensters zwischen 8 und 24 Uhr liefern lassen.

Paris Bürgermeisterin Hidalgo argumentiert, dass die neue Dienstleistung des markmächtigen Konzerns das Emporkommen von kleinen Händlern verhindere. Zudem geht sie davon aus, dass der Verkehr auf den Straßen und damit die Luftverschmutzung deutlich zunehmen werde. Amazon habe, so die deutlich verärgerte Stadtobere, erst vor wenigen Tagen bekannt gegeben, das Serviceangebot zu starten. Hidalgo weist zudem darauf hin, dass Unternehmen wie Amazon - anders als lokale Händler - ihre Gewinne auf mehrere Länder verteilen können, sodass sie am Ende nur minimale Steuern zahlen müssen.

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich Frankreichs Behörden mit großen Konzernen anlegen. Vor drei Jahren hatte der damalige Kulturminister Aurélie Filippetti ein Gesetz zum Schutz des stationären Buchhandels auf den Weg gebracht. Schon damals im Visier der Regierung: Amazon.

Das 2014 verabschiedete Gesetz sieht vor, dass Bücherhändler nur Rabatte bis maximal fünf Prozent auf die von den Verlagen festgelegten Preise geben dürfen. Rabattiert werden dürfe nur mehr der Versand - der aber stets kostenpflichtig sein müsse.

msc



insgesamt 32 Beiträge
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jj2005 20.06.2016
1. Gute Aktion, aber...
Das Argument mit der Luftverschmutzung ist leider kaum haltbar. Wenn die Muttis den SUV satteln wegen ein paar Kleinigkeiten, kommt schnell eine viel höhere Luftverschmutzung zustande, als wenn ein kleiner Lastwagen viele Kunden beliefert. Dagegen kann ich den lokalen Händlern nur die Daumen drücken, dass das Steuerargument endlich mal richtig hart durchgesetzt wird. Es ist ein Unding, dass diese Grosskonzerne "Steuererleichterungen" von gewissen Leuten bekommen.
ulrich_loose 20.06.2016
2. Das die Bürgermeisterin
Sozialistin ist, musste nicht unbedingt angemerkt werden. Nur diese Spezies ist fähig mit lächerlichen "Argumenten" an die Öffentlichkeit zu treten und auch gleich noch ein völlig verqueres Rechtsverständnis an den Tag zu legen.
danielc. 20.06.2016
3.
Amazons Erfolg basiert auf neuen Ideen, träger Konkurrenz und einer unvorbereiteten Gesetzgebung. Die Bürgermeisterin hat das Herz am rechten Fleck. Ich bewundere die Franzosen, die versuchen, ihre Eigenständigkeit zu bewahren. Bleibt zu hoffen, dass solches nicht dereinst durch TTIP unterbunden wird.
iffelsine 20.06.2016
4. Frankreich verliert den Anschluß an den Fortschritt...
Sozialisten sind nicht die Zukunft ! Und Umweltschutz ? Das ist wirklich der Hohn ! Wenn ich losfahre, verbrauchen meine 283 PS ungefähr 20 Liter in der Stadt im Kalt-/Kurzstreckenverkehr. Und ich muss auch noch rumeiern, bis ich den richtigen Laden mit auch noch zumeist unfreundlichen Verkäufern finde. Nein, "kleine Läden" haben keine Zukunft ! Gottseidank auch nicht die Sozis !
innosent 20.06.2016
5. Komisch
Kaum ein Kommentator kennt die Möglichkeit sich per Beindruck mittels zweirädrigem Gefährt um das 8 fache schneller fort zu bewegen. Das ganze mit 150 Watt wenn es hochkommt.
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