Größter Onlinehändler Amazon kann Gewinn im vierten Quartal fast verdoppeln

Amazon verbucht zum Jahresende einen Gewinnsprung – vor allem dank der Beteiligung am Elektroautobauer Rivian. Die Anleger freuen sich derweil darüber, dass der Konzern in den USA die »Prime«-Preise erhöht.
Amazon-Logo (Archivbild)

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Foto: Pascal Rossignol / REUTERS

Der US-Onlinehändler Amazon hat im Weihnachtsquartal glänzend verdient, die Gewinnerwartungen übertraf der Konzern bei Weitem: Der Überschuss betrug 14,3 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro) – und fiel damit fast doppelt so hoch aus wie vor einem Jahr. Das teilte Amazon am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit .

Grund für den starken Anstieg war vor allem Amazons Beteiligung am Elektroautobauer Rivian, durch die der Konzern bei dessen Börsengang im November einen hohen Sondererlös in der Bilanz verbuchen konnte. Das Unternehmen verbuchte zudem vergangenen November das »beste Shopping-Wochenende« seiner Geschichte bei der traditionellen Verkaufsaktion vom »Black Friday« bis zum »Cyber Monday« nach dem US-Feiertag Thanksgiving.

Auch Amazons Cloudgeschäft mit Speicherplatz und Anwendungen im Internet lief gut: Das Flaggschiff AWS steigerte die Erlöse im Quartal um 40 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar und schaffte einen überraschend hohen Gewinn von 5,3 Milliarden Dollar.

Der Umsatz legte im Schlussquartal um neun Prozent auf 137,4 Milliarden Dollar zu. Für das laufende Vierteljahr rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 112 Milliarden und 117 Milliarden Dollar, was einem Anstieg zwischen drei und acht Prozent gegenüber dem Vorjahreswert entsprechen würde. Analysten hatten mit einer höheren Prognose gerechnet.

Amazons Betriebsergebnis ging um fast die Hälfte auf 3,5 Milliarden Dollar zurück. »Wie erwartet hatten wir höhere Kosten, angetrieben durch Engpässe am Arbeitsmarkt und Inflationsdruck«, erklärte Amazon-Vorstandschef Andy Jassy im Geschäftsbericht. Diese Probleme dürften aufgrund der grassierenden Omikron-Variante des Coronavirus auch im laufenden Vierteljahr anhalten.

Amazon hatte Anleger vor drei Monaten bereits vor milliardenschweren Zusatzausgaben aufgrund von höheren Löhnen, weltweiten Problemen in der Lieferkette und gestiegenen Frachtkosten gewarnt und auf relativ maue Zahlen eingestellt.

Amazon erhöht »Prime«-Preise in den USA

Bei den Aktionären kam nun die Ankündigung des Konzerns gut an, in den USA erstmals seit 2018 die Preise für den »Prime«-Dienst zu erhöhen – die Aktie stieg nachbörslich zeitweise um rund 18 Prozent.

Der Service, der unter anderem Zugang zu kostenlosem Versand und Streamingdiensten bietet, wird deutlich teurer: US-Neukunden sollen ab 18. Februar 14,99 Dollar statt 12,99 pro Monat und 139 Dollar statt 119 pro Jahr zahlen. Für bestehende Kunden greifen die neuen Tarife im März. Außerhalb der USA sind laut Amazon zunächst keine höheren Preise geplant. Allerdings gäbe es hier durchaus Spielraum. In Deutschland ist das »Prime«-Abo mit 69 Euro pro Jahr oder 7,99 Euro pro Monat bislang deutlich günstiger als in den USA.

aar/dpa/Reuters