Zum »Prime Day« Ver.di ruft Amazon-Mitarbeiter zum Streik auf

Die Arbeit bei Amazon hat seit Pandemiebeginn kräftig zugenommen. Die Gewerkschaft Ver.di sieht diese Belastung nicht genügend bezahlt – und hat Streiks in sieben Versandzentren angekündigt.
Amazon-Lager in Bad Hersfeld: Tarifvertrag gefordert

Amazon-Lager in Bad Hersfeld: Tarifvertrag gefordert

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Andreas Rentz/ Getty Images

Zu Beginn dieser Woche wirbt Amazon mit jeder Menge Sonderangeboten zum »Prime Day«. Doch der Betrieb des Onlinehändlers am 21. und 22. Juni könnte durch einen Arbeitskampf in Deutschland beeinträchtigt werden.

Die Gewerkschaft Ver.di hat die Beschäftigten in sieben deutschen Versandzentren aufgerufen, bis Mittwoch die Arbeit niederzulegen. Laut Gewerkschaft sollen die Standorte Werne, Leipzig, Rheinberg, Bad Hersfeld (zwei Zentren), Koblenz und Graben betroffen sein.

»Amazon setzt Millionen für die Werbung ein und macht an den Aktionstagen Milliardenumsätze. Den Kundenansturm müssen die Beschäftigten in den Versandzentren bewältigen und bekommen für die zusätzlich verschärfte Arbeitsbelastung keinen Cent mehr«, sagte der Ver.di-Verantwortliche für den Einzel- und Versandhandel, Orhan Akman. »Die Gewinne fließen allein in die Taschen des Konzerns und seiner Shareholder, während den Beschäftigten weiterhin eine tarifvertragliche Entlohnung sowie gute und gesunde Arbeitsbedingungen verwehrt werden.«

Amazon spricht von »exzellenter Bezahlung«

In einer Stellungnahme verwies Amazon darauf, dass das Unternehmen bereits jetzt »eine exzellente Bezahlung« sowie ebensolche Zusatzleistungen und Karrierechancen biete – »und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung«. Erst vor Kurzem hatte es angekündigt, in seinen deutschen Versandzentren ab Juli einen Einstiegsstundenlohn von zwölf Euro brutto einzuführen. Im Herbst 2022 soll dieser auf 12,50 Euro steigen.

Dazu hieß es bei Ver.di, die Erhöhung der Einstiegsgehälter sei »zynisch und fern von Anerkennung und Respekt gegenüber den Beschäftigten durch den Konzern«. Die Gewerkschaft kritisiert Amazon seit Jahren dafür, dass der Konzern Tarifverträge ablehnt. Sie fordert die Anerkennung der Flächentarifverträge des Einzel- und Versandhandels sowie Verhandlungen über einen Tarifvertrag »Gute und gesunde Arbeit«. Im Einzel- und Versandhandel laufen derzeit Tarifverhandlungen.

apr/dpa
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