SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

28. September 2015, 12:31 Uhr

Forderung nach Tarifvertrag

Ver.di setzt Streik bei Amazon unerwartet fort

Nach sechs Tagen sollte eigentlich Schluss sein, doch Ver.di hat den Streik bei Amazon fortgesetzt: "Wir setzen da noch einen drauf", kündigte die Gewerkschaft an. Hunderte Beschäftigte legten am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld die Arbeit nieder.

Die Streikpause währte nur kurz: Noch am Sonntag hatte Ver.di den aktuellen Arbeitskampf bei Amazon für beendet erklärt und keine weiteren Aktionen angekündigt. Wenige Stunden später folgte die Kehrtwende. Am größten deutschen Standort im hessischen Bad Hersfeld rief die Gewerkschaft dazu auf, vom Beginn der Nachschicht bis zum Ende der Spätschicht am Montagabend erneut die Arbeit ruhen zu lassen.

"Wir setzen da noch einen drauf. Wenn Amazon damit gerechnet hat, dass bei Wochenbeginn wieder Normalität in den Arbeitsablauf kommt, haben sie sich getäuscht", sagte die hessische Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke. Amazon müsse immer wieder mit Streiks rechnen.

In Bad Hersfeld beteiligten sich nach Ver.di-Angaben bis zum Vormittag 300 Beschäftigte an dem Ausstand. Der Streikaufruf galt demnach auch für die beiden NRW-Standorte Werne und Rheinberg.

In den deutschen Amazon-Versandzentren wird seit April 2013 immer wieder gestreikt. Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist ein seit Langem schwelender Streit um einen Tarifvertrag für die Amazon-Beschäftigten in Deutschland. Verhandlungen darüber lehnt das Unternehmen aber strikt ab.

brk/dpa

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung