Falsche Flagge, unflätige Begriffe Amazon verpatzt Markteintritt in Schweden

Amazon startet in Schweden, allerdings mit einem seltsam unprofessionellen Internetportal: Statt Schwedens Fahne taucht die von Argentinien auf, Nutzer lachen über peinliche Übersetzungsfehler.
Foto: Steven Senne / AP

Der US-Onlineriese Amazon ist am Mittwoch auch in Schweden mit einer eigenen schwedischsprachigen Website an den Start gegangen. Vieles lief dabei allerdings nicht reibungslos. Einige der ersten Nutzer machten sich über zahlreiche Rechtschreib- und Übersetzungsfehler lustig.

Vom Konkurrenten Pricerunner, einer in Schweden beliebten Shoppingseite, bekam der übermächtige US-Konzern deshalb eine Portion Spott ab. Pricerunner-Chef Nicklas Storakers bezeichnete Amazons Markteintritt als komplett "vermurkst". Dem Portal Breakit teilte er auch seine Verwunderung mit, die Amerikaner hätten auf die üblichen Eröffnungsschnäppchen zum Launch der Seite verzichtet.

Die Liste der kleineren und größeren Pannen ist lang. Unter anderem zeigte die Website zwischenzeitlich statt einer schwedischen Flagge die von Argentinien. Ebenfalls erstaunlich unprofessionell für einen Multi-Milliarden-Konzern war offenbar die Qualität der Übersetzungen: So beschwerten sich Nutzer, statt des korrekten schwedischen Wortes für Hahn verwende Amazon einen Begriff, der im Schwedischen in Wahrheit als Bezeichnung für männliche Genitalien verwendet werde.

Einige Nutzer machten ihrem Ärger - aber auch ihrer Belustigung - auf Twitter Luft.

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Der Konzern antwortete mit einer PR-Floskel: Man wolle "allen danken, die auf diese Probleme aufmerksam gemacht haben und uns helfen, Amazon.se zu verbessern", sagte eine Firmensprecherin.

Amazon wirbt damit, in Schweden 150 Millionen Produkte aus 30 Kategorien liefern zu können. Handelsexperte Daniel Schmidt von der Großbank Danske bemängelte das Angebot. Er bezeichnete es als eine Art "Amazon light". Schmidt sagte, in Schweden werde Amazon nicht so dominant wie in den USA, Deutschland oder Großbritannien: "Es ist schon was anderes, in Schweden im Jahr 2020 den Markt zu betreten, als in Deutschland oder England vor 20 Jahren."

beb/Reuters
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