Boomendes Onlineshopping Amazon will Indien erobern

In fünf Jahren dürften Internet-Versandhändler in Indien über 100 Milliarden Dollar jährlich umsetzen. Amazon will sich als Führer dieses Megamarkts etablieren - und dazu Berichten zufolge bis zu fünf Milliarden Dollar investieren.

Amazon-CEO Bezos in Indien: "Kampf auf Leben und Tod"
REUTERS

Amazon-CEO Bezos in Indien: "Kampf auf Leben und Tod"

Von , Neu-Delhi


Der weltweit größte Onlinehändler Amazon will sich einen großen Teil des boomenden indischen Internetmarkts sichern und dazu fünf Milliarden Dollar investieren. Das berichtet die indische "Economic Times" unter Berufung auf mehrere nicht namentlich genannte Entscheider bei Amazon. "Wir kommentieren nichts, was wir in der Zukunft tun oder auch nicht tun werden", so eine Amazon-Sprecherin gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Um sich gegenüber der starken einheimischen Konkurrenz zu behaupten, will Amazon laut "Economic Times" in Kürze auch seinen Media Streaming Dienst Amazon Instant Video in Indien anbieten sowie Kunden mit dem Programm Amazon Prime ködern, das Rabatte und einen schnelleren Versand offeriert. Amazon, das vergangene Woche seinen 20. Geburtstag feierte, wolle zuerst in seine Lagerkapazitäten und Datenverarbeitung investieren, berichtet die "Economic Times". Mittelfristig solle der Subkontinent nach den USA zum zweitgrößten Absatzmarkt für Amazon werden.

Amazon Chart zeigen ist erst seit 2013 in Indien vertreten, sein Geschäft dort ist seitdem explosionsartig gewachsen. Inzwischen setzt die Plattform in Indien jährlich Waren im Wert von 2 Milliarden Dollar um. Das Geschäft mit den IT-Dienstleistungen des Amazon Web Services wächst ebenfalls schnell. Bereits im vergangenen Jahr hatte Amazon angekündigt, 2 Milliarden Dollar in Indien zu investieren.

Schon jetzt machen Amazon und seine einheimischen Rivalen Flipkart, Snapdeal und Paytm enormen Umsatz - und Experten sagen noch viel bessere Zeiten voraus. Das Volumen des indischen Onlinehandels werde in den kommenden fünf Jahren von jetzt 17 Milliarden US-Dollar auf über 100 Milliarden steigen, prognostizierten der Indische Industrieverband Assocham und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers kürzlich. Die Investmentbanker von Morgan Stanley Chart zeigen sagten im Februar voraus, im Jahr 2020 würden indische Onlinehändler bis zu 137 Milliarden Dollar jährlich umsetzen.

Kampf um Marktanteile mit indischen Anbietern

Auch die indischen Anbieter investieren im großen Stil. Flipkart, das 2007 von zwei ehemaligen Amazon-Mitarbeitern gegründet wurde, hat bei Investoren 3 Milliarden Dollar eingeworben. Die Inder sind Amazon gegenüber insofern im Nachteil, dass sie sich jeweils um Investoren bemühen müssen, während Amazon-Chef Jeff Bezos neue Projekte aus den eigenen Reserven finanzieren kann. Die "Economic Times" sagt den Onlinehändlern denn auch einen "Kampf auf Leben und Tod" voraus.

Derzeit macht noch keiner der Onlinehändler in Indien Profit. Grund sind Sonderangebote und Serviceleistungen wie Gratis-Rücksendung, mit denen die Händler versuchen, Kunden an sich zu binden und sich - in der Hoffnung auf spätere Gewinne - jetzt Marktanteile zu sichern. Investoren geben ihr Geld in der Hoffnung, dass sich das Geschäft eines Tages lohnen wird.

Zurzeit tut es das nicht: "Businessworld" berichtete kürzlich, dass Flipkart für jede verdiente Rupie 2,23 Rupien Verlust mache. Bei Amazon seien es 1,90 Rupien pro Rupie Gewinn, bei Snapdeal 1,72. Die Schweizer Großbank UBS Chart zeigen sagte kürzlich voraus, dass es noch bis 2020 dauern könnte, bis die Onlinehändler, die bis dahin durchgehalten haben, in Indien Profit machen.



insgesamt 9 Beiträge
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ReinhardHasch 22.07.2015
1. BLA,BLA,Bla....
Umsatz ist nicht Gewinn, Amazon sollte doch mal den Gewinn nach Abzug von Steuer bekannt geben, das wäre aufschluß-reicher. Bis jetzt machen nur die Post-Dienste Gewinn, sie freuen sich für jede Sendung und Rücksendung.
nicco13 22.07.2015
2. Soso
" "Businessworld" berichtete kürzlich, dass Flipkart für jede verdiente Rupie 2,23 Rupien Verlust macht. Bei Amazon seien es 1,90 Rupien pro Rupie Gewinn, bei Snapdeal 1,72." Also Amazon macht 1,90 Rupie Verlust pro Rupie Gewinn. Dieser Satz hätte für jeden BWL Studenten im zweiten Semester das umgehende Aus bedeutet. Und so ein Unfug soll in Businessworld stehen? Vermutlich stand da das Verhältnis zwischen UMSATZ und Verlust. Aber selbst dann sehe ich die Zahlen kritisch. Das würde bedeuten dass Amazon fast 4 Milliarden Dollar Verlust auf dem indischen Markt pro Jahr macht. Das erscheint mir dann doch etwas hoch.
calliston 22.07.2015
3. Was muss man tun,
um so inkompetent zu schreiben? Lieber Redakteur, erst einmal lesen, was man geschrieben hat, bevor man die Menschheit damit "beglückt". Die Zahlenangaben sind vollkommen inkonsistent.
pks 22.07.2015
4. Kann einer den Jungs und Mädels...
...bei SPON kurz mal erklären was Gewinn und was Umsatz ist?
katerina76 22.07.2015
5. Wichtigsten Punkt nicht erwähnt
Ausländische Unternehmen dürfen Waren in Indien nicht online verkaufen, das verbieten die indischen FDI Regeln. Amazon ist nur als Logistiker tätig und bietet indischen Verkäufern eine Internet-Platform. Mit dem Kerngeschäft von Amazon hat das wenig zu tun. Sie machen es wohl, um sich einen Namen aufzubauen und Erfahrungen mit der komlizierten Logistik in Indien zu sammeln, in der Hoffnung, dass Indien den Markt irgendwann auch für Ausländer öffnet. Im Nachteil ist da also wohl kaum flipkart, auch wenn Amazon leichteren Zugang zu FInanzierungen hat. Ein Blick auf die indische Amazon-Seite zeigt sofort, das Amazon bei bei keinem Produkt der Seller ist, sondern immer nur den Versand übernimmt.
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