Unglücks-Boeing American Airlines streicht 737-Max-Flüge bis November

Bei American Airlines bleiben die Jets des Modells Boeing 737 Max weiter am Boden. Die Fluggesellschaft gibt sich jedoch optimistisch für einen Neustart noch in diesem Jahr. Ein Medienbericht widerspricht.

Boeing 737 Max von American Airlines im Landeanflug auf New York (Archiv)
Shannon Stapleton / REUTERS

Boeing 737 Max von American Airlines im Landeanflug auf New York (Archiv)


Die US-Fluggesellschaft American Airlines streicht weitere Flüge des Flugzeugtyps Boeing 737 Max, der nach zwei Abstürzen mit einem Startverbot belegt worden war. Flüge mit dieser Maschine würden nun bis zum 2. November abgesagt, teilte die Airline mit.

Bislang war eine Frist bis zum 3. September vorgesehen, die zuvor bereits verlängert worden war. Der Ausfall führt nach Angaben der Fluggesellschaft, einer der größten des Landes, zu rund 115 Flugstreichungen am Tag.

Nach dem Absturz zweier Maschinen der Reihe bei Lion Air und Ethiopian Airlines mit insgesamt 346 Toten müssen alle 737-Max-Jets seit Mitte März weltweit am Boden bleiben. Bislang ist unklar, wann die Behörden den Flieger wieder in die Luft lassen.

Boeing könnte einem Medienbericht zufolge jedoch länger als gedacht brauchen, bis der Konzern die 737 Max wieder in Betrieb nehmen darf. Immer mehr Mitarbeiter der US-Luftfahrtbehörde FAA sowie Branchenvertreter nehmen mittlerweile an, dass aus dem Neustart in diesem Jahr nichts wird, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Boeing hat nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungssoftware des Flugzeugs abgeschlossen, die möglicherweise für die Abstürze verantwortlich ist. Die US-Luftfahrtbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor die Maschinen wieder starten dürfen. American Airlines zeigte sich in ihrer Stellungnahme zuversichtlich, dass das Software-Update gemeinsam mit neuen Ausbildungselementen zu einer Wiederzulassung des Flugzeugtyps noch in diesem Jahr führen werde.

kko/dpa-AFX

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DerBlicker 15.07.2019
1. natürlich wird das nichts mehr
Die Boeing 737 Max ist der BER von Boeing, die wird nie wieder fliegen, zumindest nicht unter diesem Namen, denn kein Passagier wird da mehr einsteigen. Das ist so wie mit russischen Flugzeugen, da will auch keiner mitfliegen,weshalb der Superjet grandios im Westen gescheitert ist. Sobald ein russisches Flugzeug im Flugplan steht, nehmen die Passagiere Reißaus. Da hilft alles nichts.
laermgegner 15.07.2019
2. @DerBlicker
Da irren Sie sich. Als am 17.6.1989 in Schönefeld eine IL 62 verunglückte, beschwerten die Überlebenden sich erheblich, dass nicht sofort eine Ersatzmaschine zur Verfügung gestellt wurde. Heute kommt der Faktor Geiz noch dazu, dafür tun die heutigen Menschen alles .
schwerpunkt 15.07.2019
3.
Zitat von DerBlickerDie Boeing 737 Max ist der BER von Boeing, die wird nie wieder fliegen, zumindest nicht unter diesem Namen, denn kein Passagier wird da mehr einsteigen. Das ist so wie mit russischen Flugzeugen, da will auch keiner mitfliegen,weshalb der Superjet grandios im Westen gescheitert ist. Sobald ein russisches Flugzeug im Flugplan steht, nehmen die Passagiere Reißaus. Da hilft alles nichts.
Der Vergleich mit BER hinkt. Wenn dann passt eher der vergleich mit dem Dieselskandal und VW, mit dem Unterschied, dass der Dieselskandal keine Menschenleben gefordert hat. Zumindest keine direkt zuordenbaren. Aber so ein Fehler kann selbst so ein Unternehmen wie Boeing ganz erheblich in Schwierigkeiten bringen.
bunhuelo 15.07.2019
4. @DerBlicker
Der Superjet ist voll mit westlicher Technik. Bisher ist auch noch keiner wegen technischem Versagen oder aufgrund einer Fehlkonstruktion abgestürzt - das gilt auch für den Unfall in Scheremetjewo, wo sich inzwischen relativ deutlich ein Pilotenfehler abzeichnet. Den Superjet mit Frickelwerk aus der Luftfahrt-Bronzezeit wie der 737 MAX zu vergleichen ist doch schon ein bisschen weit hergeholt. Der Superjet hat beim praktischen Einsatz ganz andere Probleme, die ihm im Weg stehen, zum Beispiel die russische Servicementalität bei der Versorgung mit Verschleiß- und Ersatzteilen. Das hat bisher aber nur Geld gekostet und keine Menschenleben.
peterpullin 15.07.2019
5. in die luft geht das ding wieder...
ein erfolg für den hersteller wird das nicht mehr. die setzten längst auf einen nachfolger denke ich. der ist in entwicklung und kommt nach einer schonfrist. dieses modell ist tot. wenn ich weiß nicht der pilot fliegt sondern big brother werde ich immer ein schlechtes gefühl haben. deshalb hat boeing das system ja verschwiegen. nun ist es weltweit bekannt und keiner will es haben. aber ohne fliegt das ding nicht. wie a-klasse ohne esp - würde nie mehr jemand kaufen.
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